Nach einer Untersuchung des VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft besteht bei insgesamt 155 Stromnetzen der Verdacht, dass die Betreiber ihren Kunden überhöhte Netzentgelte in Rechnung stellen.
Basis der Untersuchung sei das zwischen der Elektrizitätswirtschaft und den Netzkunden ausgehandelte Vergleichskonzept nach Strukturklassen. Insgesamt wurden 1.294 Netzentgelte untersucht. Mit besonders hohen Netzentgelten fielen 38 Prozent der Hochspannungsnetzentgelte (13 von 34 Unternehmen), 7 Prozent der Mittelspannungsnetzentgelte (43 von 609) und 15 Prozent der Niederspannungsnetzentgelte (99 von 651) auf, teilte der VIK in einer Presse-Information mit. Dies zeige, wie dringend notwendig das neue Energiewirtschaftsgesetz sei, um die Netzbetreiber wirkungsvoll zu regulieren. Der kommende Regulierer müsse "diesen immensen Preisunterschieden" von bis zu 150 Prozent schnell ein Ende bereiten, so der VIK. Initiiert vom neuen Energiewirtschaftsgesetz müsse endlich ein wirkungsvolles Vergleichsmarktkonzept mit nur wenigen Strukturklassen in Kombination mit einer Anreizregulierung eingeführt werden. Nur so könne in absehbarer Zeit auch tatsächlich eine die Stromverbraucher entlastende Absenkung der Netzentgelte in nennenswertem Umfang erreicht werden.