Vielfalt sichtbar gemacht – Ein Rückblick auf den „Tag der Baukultur“ in Brandenburg

Über 50 Projekte. 1 Tag. Baukultur erleben – in Stadt und Land, im ganzen Land.
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Tag der Baukultur Brandenburg

Brandenburg hat wieder eindrucksvoll gezeigt, was Baukultur leisten kann: Unter dem Motto „Baukultur geht uns alle an.“ öffneten am 24. Mai 2025 landesweit 57 Projekte ihre Türen – von denkmalgeschützten Bildungsorten über moderne Stadtquartiere bis hin zu innovativen Bauprojekten im ländlichen Raum. Tausende Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, um hinter Fassaden zu blicken, an Stadtspaziergängen teilzunehmen oder sich in Ausstellungen und Mitmachaktionen mit Fragen der gebauten Umwelt auseinanderzusetzen.
 

Baukultur zum Anfassen und Mitgestalten
Ob in Wünsdorf, wo ein ehemaliges Militärgelände zur Zukunftsvision wurde, oder in Brandenburg an der Havel, wo ein Klimaspaziergang neue Perspektiven auf Stadtgrün und Beton bot – überall war die zentrale Botschaft spürbar: Baukultur betrifft uns alle. Sie ist nicht nur Architektur, sondern gelebter Alltag – dort, wo wir wohnen, arbeiten, lernen und zusammenkommen.

 

Brandenburgs Infrastrukturminister Detlef Tabbert und der Vizepräsident der Brandenburgischen Ingenieurkammer, Dipl.-Ing. Dirk Hottelmann, besuchten im Rahmen des Aktionstags zwei beispielhafte Projekte im Nordosten Brandenburgs: das Joachimsthalsche Gymnasium in Templin und DER SPEICHER in Gramzow.
 

„Baukultur gestaltet Zukunft“
In Templin entsteht auf dem Gelände eines historischen, seit den 1990er Jahren leerstehenden Schulkomplexes ein visionäres Bildungsprojekt: Das Joachimsthalsche Gymnasium – einst renommiertes Internat mit überregionaler Bedeutung – soll künftig als europäische Schule wiederbelebt werden. Ziel ist es, einen Bildungsort zu schaffen, der jungen Menschen aus verschiedenen Ländern Raum für gemeinsames Lernen, Denken und Leben bietet – in einem architektonisch und historisch einzigartigen Rahmen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles wird mit rund 50 Millionen Euro von Bund und Land gefördert. Dabei steht nicht nur die Wiederherstellung im Fokus, sondern auch die zeitgemäße Weiterentwicklung des Bestands im Sinne einer zukunftsfähigen Lernumgebung.

 

„Brandenburg ist ein Land der Gegensätze – mit lebendigen Städten und weiten Kulturlandschaften. Baukultur ist essenziell für unsere Orte und die Identifikation der Menschen mit ihrer Umgebung. Der Tag der Baukultur macht diese Vielfalt sichtbar – und zeigt, wie sehr Baukultur unsere Zukunft mitgestaltet“, betonte Minister Detlef Tabbert.
 

Baukultur wird verständlich, wenn man sie erlebt

In Gramzow wiederum wurde mit dem Projekt DER SPEICHER ein echtes Pionierbeispiel für kulturelle Umnutzung im ländlichen Raum geschaffen. Der ehemalige Getreidespeicher aus den 1950er Jahren wurde durch privates und kommunales Engagement aufwendig saniert und zu einem modernen Veranstaltungsort umgebaut. Heute bietet das Gebäude Raum für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Bildungsangebote – und zieht damit Besucher*innenweit über die Region hinaus an. Die Transformation des Speichers zeigt eindrucksvoll, wie durch Kreativität, technisches Know-how und baukulturelles Gespür ein vormals industriell genutzter Ort zu einem identitätsstiftenden Zentrum für die Region werden kann.
„Baukultur ist keine Einbahnstraße. Sie entsteht dort, wo Fachwissen und Lebensrealität aufeinandertreffen – also genau da, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Der Tag der Baukultur zeigt, wie wertvoll dieser Dialog ist: Er macht unsere gestaltete Umwelt verständlich, eröffnet neue Perspektiven und bringt uns ein Stück näher zu einer gebauten Umwelt, die uns allen gehört.“, so Dirk Hottelmann, Vizepräsident der Brandenburgischen Ingenieurkammer.


Ein Land, viele Stimmen – und ein Ziel
Das landesweite Interesse zeigte: Die Themen nachhaltiges Bauen, neue Wohnformen, gemeinschaftliches Planen und der kreative Umgang mit Bestandsgebäuden bewegen Brandenburg. Der Tag der Baukultur hat diese Themen greifbar gemacht – und Lust geweckt, sich aktiv an der Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes zu beteiligen.

 

Veranstalter des Aktionstags waren neben der Brandenburgischen Ingenieurkammer das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, zahlreiche Architekturbüros, Hochschulen, Kommunen und zivilgesellschaftliche Initiativen.

Quelle: Brandenburgische Ingenieurkammer