Der Bundesverband der Verbraucherzentralen bezeichnete die aktuellen Erhöhungen für den privaten Verbraucher als grotesk und nicht hinnehmbar.
Unmittelbar vor Einrichtung der Regulierungsbehörde wollen die Stromkonzerne offenbar noch einmal kräftig zulangen, so die Auffassung der Verbraucherschützer. Trotz hoher Gewinne, beispielsweise bei e.ON und RWE, würden die Versorgungsunternehmen den fehlenden Wettbewerb ausnutzen, um die privaten Haushaltskunden zur Kasse zu bitten. So könne der private Haushaltskunde von einem Wechsel des Anbieters kaum profitieren, da die alten Versorgungsunternehmen als Netzmonopolisten über die Netznutzungsentgelte die Strompreise der neuen Anbieter entscheidend mitbestimmen. Deshalb müsse die künftige Regulierungsbehörde autorisiert werden, diese Nutzungsentgelte festzulegen, da nur so ein echter Wettbewerb möglich sei. Es könne nicht hingenommen werden, dass die Verbraucher die Zeche für die misslungene Liberalisierung des Strommarktes zahlen müssten. Wie eine Analyse zeige, sind seit Beginn der Liberalisierung die Strompreise für die industrielle Großabnehmer um mehr als 25 Prozent gesunken, während private Haushalte heute mehr bezahlen, als vor der Marktöffnung. Im EU-Vergleich nehmen die von den deutschen Haushaltskunden zu zahlenden Preise sogar eine Spitzenposition ein.Die Verbraucherzentralen fordern von den Stromanbietern, für jedes Kundensegment die tatsächlichen Kosten der Strombereitstellung offen zu legen. Die Behauptung, die Strompreise seien vor allem durch Steuererhöhungen und die Förderung der erneuerbaren Energien angestiegen, seien Ablenkungsmanöver.