VERBRAUCHERPREISE ERSTMALS SEIT 22 JAHREN GESUNKEN

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Die Wirtschaftskrise und der sinkende Ölpreis haben die deutschen Verbraucherpreise erstmals seit 1987 sinken lassen: Im Juli lagen sie um 0,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Verantwortlich hierfür sind neben dem weiter sinkenden Ölpreis vor allem die rückläufigen Preise für Lebensmittel. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. So liegen die Preise für  Mineralölerzeugnissen momentan weit unterhalb der Rekordniveaus aus dem Vorjahr. Dies überdeckte zusammen mit den seit einigen Monaten sinkenden Nahrungsmitteln die Preisentwicklung aller übrigen Waren und Dienstleistungen: Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung der beiden Verbrauchsgüter hätte die Inflationsrate im Juli 2009 bei 1,4 Prozent gelegen.Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) verbilligte sich im Juli 2009 insgesamt um 11,5 Prozent gegenüber Juli 2008: Erhebliche Preisrückgänge wiesen vor allem die Mineralölprodukte auf (- 26,3%; davon leichtes Heizöl: - 44,7%; Kraftstoffe: - 20,0%). Auch Gas kostete durch die erneute Preisrücknahme im Juli 2009 weniger als ein Jahr zuvor (- 3,3%) und folgt damit zeitlich versetzt dem Preisverfall von Rohöl. Eine gegenläufige Preisentwicklung wurde für Strom (+ 6,6%) ermittelt.Die Nahrungsmittel verbilligten sich gegenüber Juli 2008 um 2,4%, nachdem sie im Juni kurzfristig über dem Vorjahreswert lagen. Binnen Jahresfrist wurden immer noch erhebliche Preisrückgänge insbesondere bei Molkereiprodukten sowie bei Speisefetten und -ölen (jeweils 9,7%) ermittelt. Deutlich billiger als vor einem Jahr war im Juli 2009 auch Gemüse mit - 9,2% sowie einige Obstsorten (darunter Äpfel: - 10,5%). Teurer wurden gegenüber Juli 2008 dagegen Fisch und Fischwaren mit + 3,5 Prozent sowie Fleisch und Fleischwaren mit + 2,5 Prozent. Bei den Süßwaren (+ 1,8%) fällt bereits seit einigen Monaten der Preisanstieg für Bienenhonig auf (+ 20,4% gegenüber Juli 2008).Deutliche Preisrückgänge gab es unter anderem im Bildungswesen (- 5,3%) sowie für Geräte der Informationsverarbeitung (- 9,1%) und der Unterhaltungselektronik (- 10,1%). Bei vielen Gütern wurde binnen Jahresfrist eine moderate oder stabile Preisentwicklung beobachtet, typisches Beispiel sind die Wohnungsmieten ohne Nebenkosten (+ 1,1%). Nennenswerte Preisanstiege wurden bei Tabakwaren (+ 4,7%) und Pauschalreisen (+ 4,5%) ermittelt.