VERBANDSKONFERENZ "UMBRUCH AUF DEN KABEL- UND TV-MÄRKTEN" AM 6. DEZEMBER

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In jüngster Zeit schreckten vor allem einige große private Fernsehanbieter die Verbraucher – und damit auch die Unternehmen der Wohnungswirtschaft – durch die Mitteilung auf, ihre Programme zukünftig digitalisieren und verschlüsseln sowie das analoge Übertragungssignal abschalten zu wollen. Dabei verfolgen sie die Absicht, sich auf diese Weise neue Erlöspotenziale, beispielsweise durch Pay-TV, zu erschließen. Auch wenn ProSiebenSat.1 unterdessen erklärt hat, von solchen Plänen Abstand nehmen zu wollen, so bleibt doch die Befürchtung: Fernsehen - bald nur noch gegen Bezahlung und unter Einsatz komplizierter Decoder? Anlass genug, um am Nikolaustag auf einer BBU-Verbandskonferenz über diese Thematik zu informieren und zu diskutieren. Wolfgang Schürmann, beim Satellitenbetreiber ASTRA zuständig für die Entwicklung der technischen Voraussetzungen für das Digitalisierungsprojekt, wies in seinem Vortrag zwar auf dessen Vorteile hin. Insbesondere nannte er dabei die Schaffung einheitlicher Verschlüsselungsstandards auf einer gemeinsamen Plattform, von der aus alle TV-Anbieter ihre Programme anbieten könnten, die dann auch sämtlich mit Hilfe eines Decoders empfangen würden. Zudem betonte der Dienstleister immer wieder: "Wir setzen nur die Wünsche unserer Kunden um. Und das sind die Fernsehanbieter." Dennoch zeigten die Reaktionen aus dem Publikum, wie groß auf Seiten der Immobilienwirtschaft die Unsicherheiten und das Unbehagen angesichts dieser unüberschaubaren und potenziell sehr kostenträchtigen Tendenzen sind. Beruhigender wirkten da die Ausführungen der Vertreter von Kabel Deutschland und der Tele Columbus. Sie stellten fest: "Die Abschaltung der analogen Übertragung ist Lichtjahre entfernt." Da namentlich die auf Werbeeinnahmen angewiesenen privaten Fernsehanbieter von hohen Reichweiten lebten, würden sie sich mit einer Abschaltung des analogen Signals ihre Geschäftsgrundlage entziehen. Allerdings: Die Entwicklung digitaler Angebote verlaufe "rasant", auch wenn sie sich derzeit vor allem noch an jüngere Zielgruppen wende. Langfristig müsse daher mit einem Voranschreiten der Digitalisierung gerechnet werden. Fazit der Verbandskonferenz: Die Digitalisierung, und mit ihr eine Zunahme der Pay-TV-Angebote, wird sich nicht aufhalten lassen. Für die Unternehmen der Wohnungswirtschaft ergibt sich zwar noch kein akuter Handlungsbedarf, weil eine Abschaltung analoger Übertragungen sicher noch fünf oder sogar zehn Jahre auf sich warten lassen wird. Dennoch sollten sie sich frühzeitig mit der Thematik und den sich daraus für sie und ihre Mieter ergebenden Konsequenzen auseinander setzen. Das bedeutet, dass sie sich nicht nur mit den neuen Techniken beschäftigen sollten – bis hin zu der Frage, welche Dienstleistungen sie daraus für Mieter ableiten könnten. Wichtig ist die Beobachtung der Entwicklungen beispielsweise auch für die Gestaltung von Mietverträgen, wenn in diesen etwa der Zugang zu einem bestimmten Fernsehangebot zugesichert wird. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt erst wenig tatsächlich entschieden ist. Auch wenn sich die großen Entwicklungsbewegungen auf dem Kabel- und TV-Markt nicht aufhalten lassen werden, so werden GdW, BBU und Wohnungsunternehmen alles versuchen, um über Gespräche und später über Vertragsgestaltungen auf die Rahmenbedingungen dieser Veränderungen Einfluss zu nehmen.