UNTERNEHMENS- UND PRIVATINSOLVENZEN ENTWICKELN SICH GEGENLÄUFIG

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In Berlin mussten im ersten Quartal 2009 6,4 Prozent mehr Unternehmen ein Insolvenzverfahren eröffnen als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Insolvenzen von Privatpersonen ging hingegen um knapp vier Prozent zurück. Im Land Brandenburg verhielt es sich genau umgekehrt. Dies geht aus aktuellen Daten des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg hervor. BerlinInsgesamt wurden in der Bundeshauptstadt in den ersten drei Monaten dieses Jahres 400 Insolvenzverfahren gegen Unternehmen registriert, die sich auf ein Schuldenvolumen von 1,9 Milliarden Euro beliefen. Gegenüber dem Vorjahr stieg damit die Summe der unbezahlten Rechnungen deutlich um 83,7 Prozent. Eröffnet wurden 260 Insolvenzverfahren, in 140 Fällen wurde der Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt. Am höchsten fiel der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im Grundstücks- und Wohnungswesen aus, in dem gegen 94 Firmen Forderungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro angemeldet wurden. Räumlich wurden die meisten Unternehmensinsolvenzen in Charlottenburg-Wilmersdorf (27,8 %) und Mitte (15,8 %) ermittelt. Die wenigsten Verfahren wurden in Spandau (3 %) gezählt.Hingegen sank die Zahl der Berliner, die eine Privatinsolvenz beantragen mussten, gegenüber dem Vorjahresquartal um 155 auf 1.051 Betroffene. Ihre Verbindlichkeiten beliefen sich auf rund 50 Millionen Euro (- 29 Prozent). Die durchschnittlichen Schulden der Verbraucher sanken um 10.500 auf rund 47 500 Euro. Mit einem Anteil von fast 14 Prozent war Berlin-Neukölln am stärksten von Privatinsolvenzen betroffen, gefolgt von Reinickendorf (11,3 Prozent) und Tempelhof-Schöneberg (10,4 %). Setzt man die Zahl der Verfahren mit der Höhe der jeweiligen Forderungen in Beziehung, ergibt sich hingegen eine andere Rangfolge, nämlich Charlottenburg-Wilmersdorf (80.600 Euro), Steglitz-Zehlendorf (60.900 Euro) und Pankow (51.700 Euro).Land BrandenburgIn Brandenburg verhielt sich die Entwicklung genau gegenläufig: Hier wurden im ersten Quartal 175 Insolvenzverfahren gegen Unternehmen registriert, das waren 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Höhe der voraussichtlichen Forderungen verringerte sich um neun Prozent auf 83 Millionen Euro. Von den beantragten Insolvenzverfahren wurden 121 eröffnet und 54 mangels Masse abgelehnt. Der Wirtschaftsbereich mit den meisten Insolvenzverfahren blieb nach wie vor das Baugewerbe (42,4 Prozent). Im Grundstücks- und Wohnungswesen wurden sechs Insolvenzen mit Forderungen von 29 Millionen Euro angemeldet. Den Landkreisvergleich führt mit einem Anteil von 14,5 Prozent aller Insolvenzen der Landkreis Märkisch-Oderland an, gefolgt von Barnim und Havelland (je 12,4 %). Von den kreisfreien Städten war Cottbus mit elf Pleiten am stärksten betroffen. In Potsdam wurden acht Verfahren gezählt.Hingegen stieg im Land Brandenburg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um neun Prozent auf 1.058 überschuldete Personen. Allerdings verringerten sich die Gläubigerforderungen im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel auf 44 Millionen Euro. Es wurden 1.044 Verfahren eröffnet. Die durchschnittliche Verschuldung der Verbraucher lag mit fast 41.600 Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (67.100 Euro). Die meisten Verbraucherinsolvenzen wurden im ersten Quartal im Landkreis Oberhavel (129 Verfahren), Märkisch-Oderland (101 Verfahren) und Oder-Spree (74 Verfahren) gezählt. Am höchsten fiel die durchschnittliche Verschuldung in Barnim (73.400 Euro) und Teltow-Fläming (52.800 Euro) aus.