UMWELTBUNDESAMTES LEGT BROSCHÜRE "NACHHALTIGES BAUEN UND WOHNEN" VOR

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Der Bau, die Bewirtschaftung und Nutzung von Häusern und Straßen beansprucht eine Vielzahl natürlicher Ressourcen und fördert den Klimawandel: Nicht nur der hohe Bedarf an fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas für Heizung und Warmwasser belastet die Umweltbilanz des Sektors "Bauen und Wohnen, auch die große Nachfrage nach Baumaterialien trägt dazu bei. Auch der hohe Flächenverbrauch belastet die Umwelt und entzieht Pflanzen und Tieren ihre natürlichen Rückzugsräume. "Statt immer neue Häuser auf der grünen Wiese zu bauen, müssen wir zurück in die Zentren.", so der Präsident des Umweltbundesamtes Prof. Dr. Andreas Troge. Wesentlich entlasten ließe sich die Umwelt, indem vermehrt alte Häuser in den Zentren saniert würden, anstatt neue Gebäude an naturnahen Standorten zu errichten. Neue Wege zu einer dauerhaft umweltgerechten Bau- und Siedlungspolitik beschreibt die neue UBA-Broschüre "Nachhaltiges Bauen und Wohnen".Die Einsparpotentiale sind beachtlich: In den nächsten 25 Jahren ließen sich – ohne Komfortverluste – die zusätzliche Flächeninanspruchnahme um fast 85 Prozent reduzieren, der jährliche Verbrauch mineralischer Rohstoffe um etwa 30 Prozent und die jährlichen Kohlendioxidemissionen um über 50 Prozent senken. Dazu seien Gebäude zu sanieren und zu modernisieren, die Attraktivität der Siedlungskerne zu steigern und unnötiger Wohnungsleerstand zu vermeiden, so das UBA. Neuansiedlungen sollten verstärkt innerhalb der Siedlungskerne auf Brachflächen stattfinden – zum Beispiel auf ehemals von Industriebetrieben, der Bundeswehr, Bahn oder Post genutzten Flächen sowie in Baulücken. "Wer eine alte Wohnung hochwertig saniert, beansprucht deutlich weniger Baumaterialien als für einen kompletten Neubau.", so Troge. Wie wird "Bauen und Wohnen" nachhaltiger? Die Abschaffung der Eigenheimzulage und die Aufstockung der Gelder für die energetische Gebäudesanierung waren erste wichtige Schritte in die richtige Richtung. Das UBA schlägt weiter vor, die Neuinanspruchnahme von Flächen steuerlich stärker zu belasten. Das stärke die Siedlungskerne und würde der zunehmenden Zersiedelung entgegenwirken. Ferner wünschenswert: Eine Vereinheitlichung des Einkommensteuerrechts, so dass auch die Kosten, die in den ersten drei Jahren nach Erwerb eines bestehenden Wohngebäudes für energetisch sinnvolle Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen entstehen, abgeschrieben werden könnten. Das würde nach Auffassung des UBA erhebliche Investitionen in die energetische Sanierung der Gebäude auslösen und die Wirtschaft beleben. Die Broschüre "Nachhaltiges Bauen und Wohnen" steht unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3668.pdf zum Download bereit.