ÜBERSCHULDETE HAUSHALTE IN BERLIN UND BRANDENBURG: ERSTMALS SEIT 2004 RÜCKGANG IN ALLEN BEZIRKEN UND LANDKREISEN

PDF
Die Berliner und Brandenburger haben 2008 besser gewirtschaftet, teilte Creditform Berlin am 3. Dezember mit. Die Schuldnerquote ging in Berlin um 1,29 Prozent auf 13,96 Prozent, in Brandenburg um 1,46 Prozent auf 10,45 Prozent zurück. Damit liegt Berlin allerdings noch immer klar über dem Bundesdurchschnitt von 10,11 Prozent, das Land Brandenburg nur noch leicht darüber. In Berlin seien die Ausfälle in Wedding, Neukölln sowie Tiergarten besonders hoch, doch auch hier sei die Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr deutlich sichtbar. Besonders die Bezirke Kreuzberg und Tiergarten hätten sich verbessern können. Alle Berliner Bezirke hätten im Jahr 2008 weniger Privatinsolvenzen verzeichnen können. Die Berliner in Neukölln und Wedding seien mit 20,34 und 22,37 Prozent aber immer noch sehr verschuldet. In Steglitz, Zehlendorf, Köpenick sowie Wilmersdorf sehe die Haushaltssituation im Vergleich besser aus."Viele Berliner konnten Arbeit finden und sich langsam aus der Schieflage befreien", so der Berliner Creditreform Geschäftsführer Jochen Wolfram. Die Farbe Rot dominiere jedoch noch immer den SchuldnerAtlas von Berlin – wenn auch mit Tendenz zu Orange. Ein signifikanter Unterschied zwischen den ehemaligen Ost- und Westbezirken lasse sich nicht mehr feststellen.Auch alle Kreise im Land Brandenburg haben erstmals seit 2004 sinkende Privatinsolvenzen verzeichnen können. Die Regionen Brandenburg/Havel und Frankfurt steckten mit 14,51 und 14,11 Prozent noch tief in der Kreide, doch auch hier sei die Verbesserung zum Vorjahr deutlich sichtbar. In Elbe-Elster und Potsdam-Mittelmark sehe die Haushaltssituation im landesweiten Vergleich besser aus. Im Vergleich zu Berlin sei ein deutlich stärkerer Rückgang der überschuldeten Haushalte zu verzeichnen. "Das Land Brandenburg konnte einen deutlichen Rückgang der Insolvenzfälle verzeichnen. Ob dies spürbar bei der Bevölkerung in den weniger besiedelten Landstrichen angekommen ist, bleibt abzuwarten. Eine positive Entwicklung, gerade in den Ballungsgegenden, ist zu verzeichnen", so Wolfram. Wie auch in Berlin dominiere den SchuldnerAtlas von Brandenburg noch immer die Farbe Rot, wenn auch ebenfalls mit Tendenz zu Orange.Wolfram mag weder für Berlin noch für Brandenburg von einem stabilen Trend sprechen. "Es kann sich um ein Strohfeuer handeln. Die Finanzkrise könnte eine neue Schwemme von Insolvenzen nach sich ziehen. Wenn Unternehmer nicht mehr einstellen, steigt die Arbeitslosenzahl und damit auch wieder die Zahl der Insolvenzen. Heute können wir nur mit Sicherheit sagen, dass dies die niedrigsten Zahlen seit 2004 sind."Stichtag für die Untersuchung war der 1. Oktober 2008. Insgesamt wurden laut Angaben von Creditreform 410.000 Schuldner in Berlin und 230.000 Schuldner in Brandenburg registriert.