TRINKWASSER GESICHERT – ABER ZU WELCHEM PREIS?

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BBU: Frau Lompscher muss Verbraucherschutz stärker im Blick haben Berlin – Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) kritisiert bei dem heute vorgestellten Wasserversorgungskonzept eine unzureichende Verbraucherorientierung. "Es ist bezeichnend, dass in dem Papier die Entwicklung der Wassertarife praktisch keine Rolle spielt. Sie ist aber eine ganz wesentliche Zukunftsfrage. Die Senatsverwaltung von Frau Lompscher sollte sich darauf besinnen, dass sie auch bei den Tarifen für Verbraucherschutz zuständig ist", so BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt. Die Sicherung der Berliner Wasserqualität sei sehr wichtig. "Zu einem Versorgungskonzept gehört aber auch die kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen und der zukünftigen Tarifentwicklung", so Burkardt. "Deshalb wäre es wünschenswert, wenn Frau Lompscher sich auch bei den Tarifen für die Verbraucher einsetzen würde, und Konkretes zur zukünftigen Tarifgestaltung gesagt hätte." Die steigenden Grundwasserpegel in Berlin seien auch auf den rückläufigen Wasserverbrauch zurückzuführen. Wesentliche Ursache hierfür sei wiederum, dass der Preis für den Kubikmeter Wasser in Berlin seit 2003 um fast 30 Prozent angehoben wurde. Damit seien hunderte nasse Keller in Spandau, Friedrichshain oder anderen Stadtteilen auch Folge der hohen Berliner Wasserpreise. Spielräume zur Tarifsenkung könnten sich beispielsweise durch einen Verzicht des Landes Berlin auf das Grundwasserentnahmeentgelt ergeben, so Burkardt. 2007 nahm das Land durch das Entgelt fast 50 Millionen Euro ein. Burkardt kritisierte, dass das Versorgungskonzept ohne Beteiligung wesentlicher Verbrauchergruppen erarbeitet wurde. "Der BBU vertritt in Sachen Betriebskosten die Interessen von fast 1,3 Millionen Mieterinnen und Mietern", unterstrich Burkardt. Wasser sei bei den Betriebskosten mit 22 Prozent der zweitgrößte Posten nach Heizenergie (35 %). Für die Gebäudeeigentümer bedeute das steigende Grundwasser höhere Investitionskosten, etwa wenn Aufzugsschächte leer gepumpt werden müssten. Burkardt: "Alle unmittelbar Betroffenen müssen deshalb zum Versorgungskonzept gehört werden." Die Auswertungen der neuesten BBU-Preisdatenbank haben ergeben, dass Berlin mit einem Kubikmeterpreis von 5,10 Euro für Trink-, Ab- und Niederschlagswasser unter den deutschen Großstädten einen klaren ersten Platz belegt. Der Kubikmeterpreis liegt in München bei lediglich 3,22 Euro. Bei einem Jahresverbrauch von 100 Kubikmetern zahlt ein Berliner Haushalt demnach 188 Euro oder knapp 60 Prozent mehr als ein Münchener. Unter dem Dach des BBU sind 363 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg vereint. Die BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften gut 1,1 Millionen Wohnungen. Das sind über 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und fast 50 Prozent der Mietwohnungen im Land Brandenburg.