TRINKWASSER IN DEUTSCHLAND IST GUT BIS SEHR GUT

PDF
Trinkwasser aus den über 2.600 großen zentralen Wasserversorgungsanlagen in Deutschland hat eine gute bis sehr gute Qualität. Zu diesem Schluss kommt der zweite Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamtes über die Trinkwasserqualität in Deutschland 2005 bis 2007. Nach dem Bericht halten die Anlagen zu mehr als 99 Prozent die strengen gesetzlichen Anforderungen ein. Grenzwertüberschreitungen in einem bis zwei Prozent der Überwachungsmessungen zeigten sich über den gesamten Berichtszeitraum lediglich in den Untersuchungen auf coliforme Bakterien. Für Nitrat bestätigen die Daten den rückläufigen Trend von 1,1 Prozent Grenzwertüberschreitungen im Jahr 1999 auf 0,08 Prozent im Jahr 2007.Kommen Grenzwertüberschreitungen vor, so bedeuten sie nicht automatisch eine Gefährdung der Gesundheit. Eine solche hängt vom Parameter sowie von der Höhe und Dauer der Überschreitung ab. So zeigt das Auftreten coliformer Bakterien im Trinkwasser eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualität und damit die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen. Grenzwertüberschreitungen beim Blei sind ein Indiz für noch vorhandene Bleileitungen oder für Armaturen, die nicht die anerkannten Regeln der Technik erfüllen. Falls Grenzwertüberschreitungen auftreten, hat das Beseitigen der Ursache Vorrang vor einer Symptombekämpfung. Das zuständige Gesundheitsamt prüft, ob die Überschreitung eine Gefahr für die Gesundheit bedeutet und unmittelbare Abhilfe erfordert oder ob sie vorübergehend duldbar ist, bis Maßnahmen zur Beseitigung der Ursache greifen. Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Seine Qualität muss in Deutschland hohen Anforderungen genügen, die die Trinkwasserverordnung verbindlich vorgibt. Zu den Grundanforderungen gehört nicht nur, dass das Trinkwasser keine Krankheitserreger und Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen enthalten darf, sondern auch, dass es "rein und genusstauglich" ist. Die Trinkwasserverordnung regelt ferner die Pflichten der Versorgungsunternehmen und der Überwachungsbehörden und bestimmt die zu untersuchenden mikrobiologischen und chemischen Parameter sowie die Häufigkeit der Überwachung. Um die hygienische Sicherheit zu gewährleisten, fordert die Verordnung auch, dass Grenzwerte und die Wasserbeschaffenheit an den Zapfstellen im Haushalt eingehalten sind. Der Bericht basiert auf Messungen in allen 2.624 großen Wasserversorgungsanlagen in Deutschland. Diese geben im Durchschnitt mehr als 1.000 Kubikmeter Wasser am Tag ab bzw. versorgen jeweils mehr als 5.000 Personen. Zusammen verteilen diese Anlagen rund 4,5 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr und beliefern damit 65,5 Millionen Menschen, also 80 Prozent der deutschen Bevölkerung.