TREFF AM SCHILLERPLATZ: ZENTRUM FÜR GUTE NACHBARSCHAFT

PDF
Das erfolgreiche Nachbarschaftsprojekt der Gubener Wohnungsgesellschaft mbH (GuWo) wurde am 26. Februar mit dem Gütesiegel "Gewohnt gut – Fit für die Zukunft" ausgezeichnet. Mit viel Engagement wurde hier ein Nachbarschaftstreff speziell für Senioren geschaffen. "Durch Freizeitgestaltung und Beratung haben die Senioren noch mehr Motivation, in ihrem angestammten Wohngebiet zu bleiben", so die Jury in ihrer Begründung. "Na Kinder, habt Ihr auch alle was?" Diese von Marina Schulz in den mit fröhlichen Senioren gefüllten Raum geworfene Frage ist bezeichnend für die herzliche und familiäre Atmosphäre im "Treff am Schillerplatz". Die betagten Stammgäste des Nachbarschaftstreffs waren zahlreich gekommen, um der Übergabe der Auszeichnung durch Dr. Wolfgang Schönfelder, Leiter der BBU-Landesgeschäftsstelle Potsdam, und Jürgen Schweinberger, Abteilungsleiter beim MIR, beizuwohnen.GuWo schafft HeimatIn seiner Glückwunschrede hob Dr. Schönfelder hervor: "Dieser Treffpunkt ist ein Stück Heimat, Gemeinschaft und Geborgenheit. Das ist in diesem vom Stadtumbau geprägten Teil Gubens besonders wichtig." Alten Menschen würden so Perspektiven in ihren vertrauten Quartieren geboten. GuWo und Stadt hätten hier auf die Herausforderung des domgrafischen Wandels reagiert.Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner dankte in seiner Gratulation der GuWo für ihr Engagement. "Die 9.000 Gäste, die im ‚Treff am Schillerplatz’ 2008 zählen konnte, sprechen eine klare Sprache. Der Treffpunkt wird von den Nachbarn gerne angenommen und ist fester Bestandteil des Kiezes geworden.""Wir haben Fastenzeit, aber in Guben gibt es Sekt und Häppchen. Diese Stadt ist eben in jeder Hinsicht unkonventionell" eröffnete Schweinberger seine Rede. Bei seinen Ausführungen unterstrich er die Bedeutung, die Quartiersmanagement und Nachbarschaftseinrichtungen bei der Stabilisierung von Stadtteilen zukomme: "Die Bürger können sich so mit ihrer Stadt identifizieren."Günter Schneider, Geschäftsführer der GuWo, freute sich über die Auszeichnung. "Zum Älterwerden gehören nicht nur Pflegeangebote, sondern auch Begegnungsstätten und Beratung. Es ist schön, dass unsere Arbeit auf diesem Gebiet jetzt durch das Qualitätssiegel anerkannt wird."Vielfältiges AngebotYoga-Stunden, Töpferkurse, Kaffeeklatsch oder Tanzen im Mai: Das Freizeitangebot im "Treff am Schillerplatz" ist reichhaltig. Dazu gibt es noch viele Beratungsangebote zu den Themen des Seniorenlebens. Betrieben wird der Gemeinschaftstreff für Senioren von der GuWo und ihrem Partner, den Gubener Sozialwerken mbH (GSW), in einer ehemaligen Sparkassen-Filiale."Neben den Treffen zum Reden, Spielen und Kaffeetrinken werden auch unsere sozialen Beratungsangebote und unsere Internet-Schulungen speziell für Senioren gerne angenommen", berichtete Schneider. Monatlich zähle der Treff im Durchschnitt 250 bis 350 Besucher.Der Seniorenanteil sei in Obersprucke mit fast 50 Prozent der Haushalte hoch. Schneider: "Deshalb wollten wir uns überlegen, wie wir diese Gruppe dabei unterstützen könnten, so lang wie möglich ein abwechslungsreiches und selbstbestimmtes Leben in der vertrauten Umgebung zu führen." Im Mittelpunkt der Angebote stehe deshalb die Selbständigkeit in Gemeinschaft.2005 wurde deshalb per Fragebogen erhoben, was den Bewohnern im Stadtteil besonders wichtig sei. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse seien die sozialen sowie die Beratungsangebote entwickelt worden. "Die Beratungsangebote umfassen Gesundheits- und Fitnesstipps und Fragen rund um die Pflegeversicherung, aber auch zum seniorengerechten Umbau von Wohnungen", erläuterte Schneider.Der eingeschossige Gewerbebau im Wohngebiet Obersprucke wurde durch den "Treff am Schillerplatz" in die Nachbarschaft integriert. Schneider: "Hierüber sind wir besonders froh, weil diese Fläche sonst leer stehen würde. So aber bereichert sie das Straßenbild."GuWo und GSW mussten vor der Einrichtung des Seniorentreffs das Sparkassen-Mobiliar ausbauen und die Räume neu streichen lassen. "Dann haben wir neue Sitzgruppen, eine Küche und eine Musikanlage eingebracht. Dank unserer Kooperation können wir den Senioren aus der Nachbarschaft jetzt in zwei Beratungsräumen und einem großen Saal viel bieten", so Schneider weiter.Als Projektpartner teilen sich GuWo und GSW die Kosten für den 2006 eröffneten Nachbarschaftstreff. Während die GSW das Personal stellt, trägt die GuWo Miete und Betriebskosten.