TIEFENSEE: DEMOGRAPHISCHER WANDEL MACHT ANPASSUNGEN NOTWENDIG

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Auf dem Demographie-Kongress "Best Age" des Behörden Spiegels in Berlin sprach der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee über den demographischen Wandel und die erforderlichen Anpassungsprozesse. Die Gesellschaft müsse sich mit Realitätssinn auf die demographischen Entwicklungen einstellen, forderte er dabei. Der Einwohnerrückgang in Deutschland werde bis zum Jahr 2020 mit insgesamt 0,5 Prozent noch recht schwach ausgeprägt sein. Die Zahl der Geburten würde jedoch bis zum Jahr 2050 weiter ab-, und die Sterbefälle zunehmen. Im Jahr 2050 entstehe somit ein negativer Saldo der natürlichen Bevölkerungsentwicklung von minus 450.000 Personen. Dies führe selbst bei Annahme verschiedener günstiger Faktoren zu einem Bevölkerungsrückgang von etwa fünf Millionen oder mehr als fünf Prozent. Während in den alten Ländern noch mit einem vergleichsweise moderaten Bevölkerungsrückgang von 3,4 Prozent gerechnet werde, müssten die neuen Länder mit einem deutlichen Minus von voraussichtlich 16,5 Prozent kämpfen. "Darauf müssen wir gerade in einigen ländlichen Regionen mit ganz konkreten Maßnahmen der Daseinsvorsorge reagieren. Das kann die Gemeindeschwester vor Ort sein, aber auch das rollende Rathaus, die mobile Bibliothek oder der alternative ÖPNV mit Anrufbussen und Sammeltaxis", sagte Tiefensee.Einhergehend mit dem Bevölkerungsrückgang werde sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Deutschland stetig erhöhen. "Der Anteil der über 60-jährigen an der Gesamtbevölkerung wird von 24,7 Prozent im Jahr 2005 auf 29,1 Prozent im Jahr 2020 ansteigen", so der Minister weiter.Angesichts der demographischen Veränderungen stehe Deutschland vor der Aufgabe, die Weichen für eine nachhaltige Infrastruktur-, Stadt- und Regionalentwicklung zu stellen. Die Wohnungs- und Städtebaupolitik des Bundes mit dem Modellvorhaben "Innovation für Familien- und altengerechte Stadtquartiere" leiste dazu einen wichtigen Beitrag. Die folgenden Themenschwerpunkte mit bis zu fünf Projekten je Schwerpunkt würden als Modellvorhaben vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit insgesamt 20 Millionen Euro finanziell gefördert: Gemeinschaftseinrichtungen im Quartier - Umbau sozialer Infrastruktur, Gestaltung urbaner Freiräume - öffentlicher Raum für alle Generationen, attraktives Wohnen von Familien - Nachbarschaften von jung und altInnerstädtische Quartiere als Wohnort und Erlebnisraum sollen lebenswert gestaltet und durch bauliche Maßnahmen den gewandelten Anforderungen angepasst werden, sodass Familien in den Städten wohnen bleiben wollen oder wieder zurückkehren. "Wie wir mit dem demographischen Wandel umgehen, wird die Zukunft unseres Landes entscheidend prägen", sagte Tiefensee.