Die Deutsche Telekom wird den Pay-TV-Sender Premiere gegen die Constantin Medien AG als Produktionspartner für das Fußballbundesliga-Angebot über Internet-TV (IPTV) auswechseln. Der neue Lizenznehmer soll das Angebot unabhängig veranstalten. Das ist das Ergebnis einer von der Telekom abgeschlossenen Ausschreibung.
Wie die Telekom dazu mitteilte, würden ab der Spielzeit 2009/2010 Neuerungen gelten. Alle Spiele der Bundesliga würden im hochauflösenden Format (HD – High-Definition) ohne Werbung und Unterbrechung übertragen. Bereits 30 Minuten nach Spielende befänden sich die Zusammenfassungen von allen Spielen im TV-Archiv – für alle Abonnenten frei verfügbar. Die Constantin Medien AG ist bereits im Sportbereich über einige Tochtergesellschaften wie der TV-Sender DSF Deutsches Sport Fernsehen, das Produktionsunternehmen PLAZAMEDIA und das Online-Sportportal Sport1 aktiv. Nach Telekom-Angaben hätten rund 20 Millionen Haushalte technisch die Möglichkeit, das Angebot über eine schnelle DSL-Leitung bzw. über VDSL zu buchen. Das zusätzliche Nutzungsentgelt des neuen Bundesliga-Angebots wird erst zum Vermarktungsstart bekannt gegeben.Für Premiere ist die Entscheidung eine herbe Niederlage. Künftig tritt Constantin/DSF in Konkurrenz zum Sender Premiere, der weiterhin die Bundesliga-Rechte exklusiv für das Bezahlfernsehen (Pay-TV) besitzt. Die Deutsche Telekom ist bereits seit einigen Jahren der Vertragspartner der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die Bereiche IPTV und Handy-TV. Mit dem neuen Produktionspartner Constantin will die Telekom, deren Zahl der Abonnenten für T-Home auf 500.000 bis 600.000 geschätzt wird, sich auch inhaltlich vom Premiereangebot absetzen und die Kundenzahl deutlich erhöhen. Die Telekom darf als noch teilweise staatliches Unternehmen keine eigene Sendelizenz besitzen und benötigt daher einen Partner zur Produktion des Bundesliga-Programms. Der bisherige Partner Premiere leitet sein für das Pay-TV produzierte Bundesliga-Angebot unverändert an die Telekom durch.