TECHNISCHES FACHGESPRÄCH DES BBU: "INNOVATIVE KONZEPTE ZUR ABFALLENTSORGUNG IN BERLIN/BRANDENBURG"

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Zu einem Technischen Fachgespräch lud der BBU am 28. April 2008 in Zusammenarbeit mit der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft und dem privaten Abfallentsorger ALBA Vertreter der Wohnungswirtschaft nach Hennigsdorf ein. Referenten aus Wohnungswirtschaft, Verwaltung und der Entsorgungswirtschaft informierten über neue Konzepte zur Betriebskostensenkung im Bereich der Abfallentsorgung. In seiner Einführung umriss Siegfried Rehberg vom BBU das Thema des Fachgesprächs und  verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuellen Zahlen zu Preisen und Betriebskosten in Berlin und Brandenburg. Es wurde deutlich, dass der Anteil der Entsorgungskosten an den Gesamtbetriebskosten mit rund 8 Prozent durchaus in einer relevanten Größenordnung liegt. Hier können Wohnungsunternehmen Einsparungspotenziale effektiv nutzen und entsprechende Konzepte zu deren Ausschöpfung umsetzen. Dass Strategien zur Betriebskostenreduzierung von den Mitgliedsunternehmen des BBU in den vergangenen Jahren erfolgreich verfolgt wurden, zeigten die Zahlen im mehrjährigen Vergleich. So konnten die Betriebskosten in Berlin und Brandenburg in den letzten Jahren trotz allgemeiner Verteuerungen relativ stabil gehalten werden. Rehberg wies jedoch auch darauf hin, dass gerade in Brandenburg je nach Region eine sehr unterschiedliche Kostensituation vorliegt und stellte am Beispiel der Preise für Fernwärme und Müllbeseitigung die aktuellen Auswertungen der BBU-Preisdatenbank zum Preisstand 1. Januar 2008 vor:FernwärmeDie Liste der Fernwärmepreisanhebungen im Land Brandenburg wurde per 1.1.2008 von den Städtischen Werken Spremberg angeführt. Sie hoben die Preise je Megawattstunde (MWh) um 30,7 Prozent auf rund 80 Euro an. Damit liegen sie aber weiterhin um etwa 15 Prozent unterhalb des brandenburgischen Durchschnittspreises von 95,61 Euro. Strausberg und Luckenwalde folgten in der Liste der Preissteigerungen im letzten Jahr mit jeweils rund zehn Prozent Erhöhung. Auf der anderen Seite senkten die Stadtwerke Wittenberge die Bezugspreise für Wohnungsunternehmen nach deren erfolgreichen Verhandlungen um 8,6 Prozent. Die Spanne zwischen teuerstem (Werder) und günstigstem (Großräschen) Anbieter liegt damit bei 63,8 Prozent. Die Stadtwerke Hennigsdorf, die in der BBU-Preisdatenbank 2007 die Rangfolge der teuersten Versorger angeführt hatten, senkten die Preise 2007 um 5,3 Prozent.MüllentsorgungDer Landkreis Prignitz (u.a. Wittenberge, Perleberg), der bereits in der BBU-Preisdatenbank 2007 als teuerster Müllentsorger aufgeführt wurde, hat bis zum 1.1.2008 die Preise um neun Prozent angehoben. Er liegt damit nun 63 Prozent über dem brandenburgischen Durchschnitt. Nummer zwei bei den Preiserhöhungen war der Landkreis Ostprignitz-Ruppin (u.a. Neuruppin). Hier stiegen die Preise um 8,4 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgte die Märkische Entsorgungsgesellschaft Brandenburg (Brandenburg/Havel) mit einer Anhebung um 1,4 Prozent. Die Müllentsorgung durch den teuersten Entsorger (Prignitz) ist damit 137 Prozent teurer als beim günstigsten (Südbrandenburgischer Abwasserzweckverband, u.a. Ludwigsfelde, Königs Wusterhausen, Luckenwalde).Steffen Bittrich vom Landesumweltamt Brandenburg erläuterte aus erster Hand die Abfallwirtschaftsplanung und -bilanz im Land Brandenburg. Er begrüßte ausdrücklich neue Konzepte zur Ausweitung der Abfalltrennung und Wertstoffsammlung wie der trockenen Wertstofftonne "ALBA Gelbe Tonneplus" die in Berlin und Leipzig seit 2005 mit großem Erfolg eingesetzt wird. Durch das Sammelsystem ALBA Gelbe Tonneplus werden dem Restmüll pro Einwohner und Jahr ca. sechs Kilogramm Wertstoffe zusätzlich entzogen. Das Restmüllvolumen konnte in der Regel um mindestens zehn Prozent reduziert werden. Die damit verbundene Kosteneinsparung im Bereich der Abfallentsorgung lag dabei bei fünf bis zehn Prozent.Dass über eine verursachergerechte Abrechnung von Müllgebühren erhebliche Einsparungen realisiert werden können, erläuterte Sabine Kostorz von der AWU Oberhavel am Beispiel der so genannten "Zwickauer Müllschleuse". Dieses Schleusenkonzept wurde bei derHennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft mit Erfolg umgesetzt, wie Geschäftsführer Holger Schaffranke bestätigte. Durch Reduzierung des teuren Restmüllaufkommens um 70 Prozent konnten 26 Prozent der ursprünglichen Entsorgungskosten eingespart werden. Gleichzeitig wurden wesentlich mehr Wertstoffe getrennt und in die richtigen Behälter geworfen. Bei der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft werden in Kooperation mit der AWU Oberhavel seit 2003 64 Müllschleusen bei 2.527 Wohneinheiten eingesetzt.An die Referate schloss sich eine moderierte Podiumsdiskussion an, die das Thema "Strategie zur Senkung der Betriebskosten für  Müllbeseitigung im Wohnungsbestand – Hohe Qualität, tragbare Kosten" facettenreich verhandelte und auf breites Echo bei den Vertretern der Wohnungswirtschaft stieß.Ein weiteres innovatives Konzept, das beim Technischen Fachgespräch vorgestellt wurde, ist der vom BBU zusammen mit ALBA und der Berliner WohnCom GmbH entwickelte "Müllpass". Der "Müllpass" ist ein Ausweis, der die anfallenden Entsorgungskosten und die Qualität der Abfalltrennung bei einzelnen Wohnungsunternehmen dokumentiert und anschaulich darstellt – bezogen nicht nur auf einzelne Wohnobjekte, sondern auch auf den Gesamtbestand, einzelne Gebäudetypen und Quartiere. Als Grundlage für den "Müllpass" dienen die Betriebskosten im Bereich Abfallentsorgung und die Gebäude- beziehungsweise Strukturdaten (Gebäudetyp, Gebäudeflächen, Wohneinheiten). Eine weitere wichtige Datenquelle stellen die Daten zum Abfallaufkommen in den einzelnen Abfallfraktionen (Restmüll, Papier, Biomüll, Leichtverpackungen/trockene Wertstoffe, Bunt- und Weißglas) dar.Reinhard Zehl, WohnCom Berlin, verwies in seinem Vortrag auf die Bedeutung systematischen Benchmarkings für ein erfolgreiches Immobilienmanagement und schlug die Brücke vom Benchmarking zum "Müllpass", den ALBA Consulting-Geschäftsführer Thomas Hasucha eingehend vorstellte. So zeigte Thomas Hasucha die beträchtlichen Einsparpotenziale auf, die durch das neue Konzept lokalisiert und ausgeschöpft werden können. Zum Abschluss des Fachgesprächs fand die "Müllpass"-Verleihung an zwei Wohnungsunternehmen aus Berlin und Brandenburg statt. Holger Schaffranke von der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft und André Jastrzembski vom GEWOBAG-Verbund nahmen die Ausweise für ihr Unternehmen aus den Händen von BBU-Vertreter Siegfried Rehberg entgegen.Die Präsentationen der Beiträge können Mitgliedsunternehmen des BBU aus dem Internet herunterladen.  Thomas Hasucha Beko Preise Bittrich Vortrag Kostorz Müllschleusen Beko und Müllpass

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