Die zum Telekom-Konzern gehörende T-Systems Media&Broadcast GmbH (TSMB) wird die für den technischen Sendebetrieb für das mobile Fernsehen über den Standard DVB-H (Digital Video Broadcast Handhelds) benötigten Frequenzen erhalten. Das hat die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur (BNA) laut einer Mitteilung der Bonner Behörde am 15. Oktober 2007 entschieden. Die Telekom-Tochter sei am besten geeignet, die gesetzlichen und technischen Vorgaben der Ausschreibungsbedingungen zu erfüllen, heißt es in der Mitteilung.
Ohne Erfolg blieb damit eine gemeinsame Bewerbung der Medienkonzerne Burda und Holtzbrinck mit der MFD Mobiles Fernsehen Deutschland, die bereits Handy-TV bzw. mobiles Fernsehen auf Basis des Standards DMB (Digital Multimedia Broadcasting), einem digitalen Daten-, Radio- und TV-Übertragungssystem für portable Endgeräte via Satellit (S-DMB) oder terrestrisch (T-DMB), anbietet. Im Gegensatz zu DMB basiert DVB-H auf dem Standard des digital terrestrischen Fernsehens (DVB-T).Nach dem derzeitigen Planungsstand soll der Ausbau des DVB-H-Sendernetzes im Frühjahr 2008 in Hannover beginnen. Die ersten Sendungen sollen bereits zur CeBIT 2008 ausgestrahlt werden, so BNA-Präsident Matthias Kurth. Bis Ende 2008 sollen die Hauptstädte der anderen 15 Bundesländer folgen. Ab 2009 soll der Netzausbau sukzessive alle deutschen Städte mit mehr als 150.000 Einwohnern sowie mindestens in jedem Bundesland die vier einwohnerstärksten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern erfassen. Bis zum Jahr 2015 sollen 90 Prozent der Bevölkerung Deutschlands versorgt sein – unter der Voraussetzung, dass DVB-H bis 2013 eine "marktübliche Penetrationsrate" erreicht habe. DVB-H konkurriert mit dem derzeit noch wenig verbreiteten DMB-Standard und wird derzeit auf EU-Ebene politisch präferiert. Die deutschen Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone und O2 haben sich nach Freigabe durch das Bundeskartellamt für DVB-H zu einem Konsortium zusammengeschlossen und planen eine gemeinsame Plattform. Ob sich DVB-H oder DMB als Standard durchsetzen wird und sich das mobile Fernsehen generell als wirtschaftlich tragfähig erweist, bleibt abzuwarten.