Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin und Infrastrukturminister Frank Szymanski wollen mit praktischen Beispielen gelungener Zusammenarbeit die Akzeptanz der Bevölkerung für eine Fusion der Länder Brandenburg und Berlin erhöhen. Dies betonten Senator und Minister am 4. April bei einem gemeinsamen Besuch in Cottbus.
Berlin sei nicht nur ein Teil Brandenburgs, sondern sein Herz und seine wirtschaftliche Kernregion. Brandenburg könne ohne Berlin nicht sein, das hätten viele Menschen längst verstanden, so Sarrazin. Deswegen sei es richtig, dass die Landesregierung verstärkt auf die Hauptstadtregion als Wachstumskern setze. Umgekehrt wüssten wissen die Berliner, dass sie nicht im luftleeren Raum lebten, sondern die Vernetzung mit dem Land, in dem die Stadt liege, bräuchten. Das gemeinsame Finanzgericht sei ein gutes Beispiel dafür, wie die Kooperation gelingen könne: Dass die zum Teil erheblichen Widerstände überwunden werden konnten zeige, dass sich die Berliner an den Gedanken gewöhnten, Teil des Flächenlandes Brandenburg zu werden, in dem Berlin zwar das mit Abstand wichtigste Zentrum, aber auch nicht der alleinige Nabel der Welt sei.Nur eine gelebte Zusammenarbeit der Länder führe zu einer erfolgreichen Fusion, betonte Szymanski. Die Länderehe habe aus Sicht der Landesregierung einen Zeithorizont bis 2013 mit einer möglichen Volksabstimmung frühestens 2010. Bis dahin wolle man mit praktischen Beispielen gelungener Zusammenarbeit die Fusion für die Menschen erlebbar machen und dadurch die Akzeptanz erhöhen. Dies sei bereits auf vielen Ebenen gelungen, zum Beispiel beim Verkehrsverbund, der gemeinsamen Landesplanung oder der gemeinsamen Luftverkehrsbehörde, die gerade aufgebaut wird. Auch die gemeinsamen Fachobergerichte spielten eine wichtige Rolle für das Zusammenwachsen der Länder.