STEIGENDE FERNWÄRMEPREISE: "SAUBERE" ENERGIE – TEURE ENERGIE?

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Berlin – Ab 1. April 2009 werden Berliner Mieter mehr für Fernwärme bezahlen müssen. Vattenfall erhöht die Preise um voraussichtlich acht Prozent. BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt: "Wenn Vattenfall den Kohleanteil im Berliner Energiemix reduziert, könnte der Fernwärmepreis weiter steigen." Der Fernwärme-Mischpreis soll nach Mitteilung von Vattenfall von rund 69 Euro je Megawattstunde (MWh) auf 75 Euro steigen. Der durchschnittliche Mieterhaushalt bei einem BBU-Mitgliedsunternehmen müsste dann im Jahr über 50 Euro mehr für die Fernwärmelieferung ausgeben als bisher. Vattenfall begründet die Anhebung mit Preissteigerungen bei den Energieträgern sowie dem bislang vergleichsweise günstigen Preis für eine besonders klimafreundliche und damit marktstarke Form der Energieversorgung. "So macht das Unternehmen sich das Klimaschutzinteresse der Menschen zunutze", resümierte Burkardt.  Kohle sorgt für günstige PreiseBislang wirkt der relativ hohe Kohleanteil im Berliner Energiemix dämpfend und stabilisierend auf den Preis für Fernwärme. Burkardt: "Das dürfte sich jetzt ändern. Wenn Vattenfall wie geplant die Berliner Energieversorgung noch stärker auf teure Energiequellen wie Biomasse und Erdgas umstellt, wird das auch den Fernwärmepreis weiter in die Höhe treiben. Dieser Zusammenhänge muss sich auch der Senat bewusst sein, wenn er seine Energiestrategie erstellt." Von den rund 700.000 Wohnungen der Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen werden gut 70 Prozent mit Fernwärme beheizt. Das entspricht fast 500.000 Haushalten mit 882.000 Mietern. Auf sie kämen Mehrbelastungen von insgesamt 25 Millionen Euro zu. Unter dem Dach des BBU sind 365 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg vereint. Die BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften gut 1,1 Millionen Wohnungen. Das sind über 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und fast 50 Prozent der Mietwohnungen im Land Brandenburg.