STÄNDIGES ÄRGERNIS GRAFFITI

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Durch Graffiti entstehen den Wohnungsunternehmen hohe Kosten. Das Thema wurde deshalb auf die Tagesordnung des Arbeitskreises der Gesellschaften in Frankfurt (Oder) gesetzt. Im Juni trafen sich die Geschäftsführer mit Oberstaatsanwalt Sörries von der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und dem Sicherheits- und Präventionsberater des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder), Gerd Buggenhagen, zu einem Gedankenaustausch zum Thema Graffiti, Sachbeschädigung und präventive Maßnahmen. Sörries und Buggenhagen informierten eingangs über die straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen für Täter bei Sachbeschädigung in Form von Graffiti. Lange Bearbeitungsdauern beklagtIm anschließenden Erfahrungsaustausch machten die Geschäftsführer auf ihre Nöte bei der Schadensbeseitigung aufmerksam. Dabei beklagten sie insbesondere die langen Bearbeitungsfristen bei der Polizei. Projekt Graffiti-VermeidungBuggenhagen stellte dann ein Projekt in Frankfurt (Oder) vor, welches seit fünf Jahren präventive Arbeit zur Vermeidung und Einschränkung von illegalem Graffiti und Schmierereien leiste. Gang in die SchulenUnter dem Motto "Graffiti im Projektunterricht" wurden dabei Jugendliche angesprochen. An drei beteiligten Schulen fand ein projektübergreifender Unterricht in den Fächern Lebensgestaltung-Ethik-Religion (LER), Kunst, Deutsch und Geschichte statt, der in enger Zusammenarbeit mit den Fachlehrern organisiert und durchgeführt wurde. "Wir haben die Schüler durch Rechtsexperten des Jugendhauses und dem Sicherheits- und Präventionsberater des Polizeipräsidiums über die strafrechtlichen Konsequenzen illegalen Sprayens und die Verpflichtung zur Wiedergutmachung im Rahmen zivilrechtlicher Ansprüche aufgeklärt worden", erläuterte Buggenhagen. Beteiligung der JugendlichenZudem wurden den Jugendlichen die Chancen geboten, sich praktisch zu erproben. In einem schulischen Wettbewerb wurden Motive ausgewählt, die unter Anleitung von zwei Graffitikünstlern auf eine zum legalen Sprayen frei gegebene Fläche der Stadtwerke übertragen wurden. "Das Nebeneinander von Aufklärung und Beteiligung ist bei den jungen Leuten gut angekommen. Viele waren einsichtig und haben verstanden, dass das mutwillige Beschmieren von Wänden keinem dient, so der Präventionsfachmann. Ziele erfolgreich vermitteltIm Jahr 2007 wurde dieses Projekt mit dem Landespräventionspreis Brandenburg ausgezeichnet. Werte wie die Einhaltung und Bewahrung von Recht und Gesetz als Grundlage friedlichen Zusammenlebens, die Achtung vor Eigentum, die Möglichkeit der gesellschaftlich anerkannten Entfaltung der Persönlichkeit, die Anerkennung und den Respekt vor Arbeit und Tätigkeit anderer und  die Respektierung von Maßnahmen bei Gesetzesverstößen habe durch das Projekt umfassend und erfolgreich vermittelt werden können, befand die Jury.  Fazit: Sinnvoller DreiklangDas Fazit der Arbeitskreissitzung: Ein abgestimmtes Vorgehen aus Prävention, Repression und Beseitigung der illegalen Graffiti können maßgeblich dazu beitragen, dass diese Straftaten langfristig deutlich abnehmen. Die Einstiegshürden in die Sprayer-Szene werden für potenzielle Ersttäter höher, während die konsequent rasche Beseitigung von Graffiti Mehrfachtäter demotiviert. Von besonderem Interesse waren in diesem Rahmen die Ausführungen Ronald Schürgs, Geschäftsführer der Wohnungswirtschaft Frankfurt (Oder) GmbH. Er berichtete über die positiven Erfahrung, die er mit dem durch sein Unternehmen organisierten Graffitiwettbewerb (Graffitikontest) in Frankfurt (Oder) gemacht habe. Nähere Informationen zu Umfang, Finanzierung und Verantwortlichkeiten des Projekts können in der BBU-Außenstelle Frankfurt (Oder) erfragt werden.