In einer Meldung vom 21. Juli hat das IfS Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen auf die Bedeutung tragbarer Kosten bei der energetischen Modernisierung des Wohnungsbestandes verwiesen.
Der Wohnungsneubau befinde sich weiterhin im freien Fall. Die Baufertigstellungszahlen hätten 2007 mit 211.000 Wohnungen einen absoluten Nachkriegstiefststand erreicht. Da sich die Genehmigungen im vergangenen Jahr ebenfalls auf einem Tiefststand (182.000) befunden hätten, sei bei den Fertigstellungen für 2008 ein nochmaliges Unterschreiten der Vorjahreszahlen zu erwarten. Die Zahl der neugebauten Wohnungen dürfte in diesem Jahr weit unter der 200.000-Grenze liegen.Umso mehr Bedeutung komme den Investitionen in den Wohnungsbestand zu, die inzwischen bereits rund 70 Prozent des gesamten Wohnungsbauvolumens ausmachten. Vor zehn Jahren habe dieser Anteil noch deutlich unter 50 Prozent gelegen.Nach einer Untersuchung von DEKRA sei fast jedes dritte Einfamilienhaus in Deutschland renovierungsbedürftig. Obwohl hier der Bestand noch relativ jung sei, wiesen die Eigenheime einen hohen Instandsetzungsbedarf auf. Zusätzlich bestehe ein erheblicher Modernisierungsbedarf in energetischer Hinsicht. Rund 50 Prozent der zwischen 1949 und 1960 errichteten Einfamilienhäuser seien bislang nicht umfassend saniert worden und entsprächen damit nicht den heutigen Anforderungen der Technik. Besonders hoch sei der Investitionsbedarf bei der Heizungstechnik und der Wärmedämmung. Dieser Bedarf werde nach Ansicht des Städtebauinstituts künftig noch erheblich ansteigen, wenn die Vorgaben der Bundesregierung zur künftigen Energieeinsparung und zum Klimaschutz umgesetzt werden müssten.Dr. Stefan Jokl, Leiter des Instituts: "Dabei muss aber eine Maxime im Vordergrund stehen: Klimaschutz und Energiesparen müssen für den Einzelnen finanziell tragbar und auch von der Sinnhaftigkeit her nachvollziehbar sein. Aufwand und Ertrag müssten deutlich gemacht werden, das heißt es müssen Energiebilanzen aufgestellt werden."