Die Schulden des Bundes, der Länder und Kommunen werden in diesem Jahr nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler um 4.481 Euro pro Sekunde steigen. Damit wächst die deutsche Staatsverschuldung so stark wie nie zuvor.
Schuldentreiber Nr. 1 ist dabei nach dem derzeitigen Stand der Bund. Er plant in diesem Jahr neue Kredite im Umfang von 100,3 Milliarden Euro zu beschaffen. Allein für den Kernhaushalt soll die Nettokreditaufnahme 85,8 Milliarden Euro betragen. Zudem will sich der Bund für den Finanzmarktstabilisierungsfonds und den Investitionsfonds (Konjunkturpaket II) um weitere 14,5 Milliarden Euro verschulden. Die Nettokreditaufnahme der Länder und Kommunen wird voraussichtlich 41 Milliarden Euro betragen. Dabei ist die Haushaltssituation in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. So wollen Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gänzlich ohne neue Schulden auskommen. Im Gegensatz dazu muss Nordrhein-Westfalen mit 6,6 Milliarden Euro die höchste Nettokreditaufnahme aller Bundesländer verantworten. Somit werden die deutschen Staatsschulden im Laufe des Jahres um voraussichtlich 141,3 Milliarden Euro steigen. Zum Jahresende wird der Schuldenberg dann an der 1,8 Billionenmarke kratzen. Nach BdSt-Schätzungen betragen die Zinslasten, die Bund, Länder und Kommunen zu tragen haben, in diesem Jahr rund 63,2 Milliarden Euro. Das entspricht 2.003 Euro Zinsen pro Sekunde.