Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer am 20. Januar das aktuelle Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2009 vor, welches seit 1999 als "Frühwarnsystem" der Senatsverwaltung zur Quartiersentwicklung eingesetzt wird. Das aktuelle Monitoring bezieht sich auf den Datenstand vom 31. Dezember 2008.
Das Monitoring dient der Berliner Stadtentwicklungspolitik als Grundlage für den Einsatz öffentlicher Finanzmittel, z. B. die des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt", in Gebieten mit besonderem Handlungsbedarf. Ziel des Monitoring Soziale Stadtentwicklung ist es, mit einem statistischen Indikatorensystem soziokulturelle Veränderung in Teilgebieten der Stadt und den verschiedenen Quartieren Berlins wissenschaftlich zu beschreiben und zu analysieren. Die Ergebnisse der einzelnen Quartiere führen zu einer Einordnung in vier Gruppen, wobei Gruppe 1 die beste Entwicklung und Gruppe 4 die schlechtesten Kennzahlen aufweist.Eine erfreuliche Botschaft des diesjährigen Monitorings ist, dass die sozial problematischen Gebiete sich nicht weiter von der gesamtstädtischen positiven Entwicklung des Jahres 2008 abgekoppelt haben, sondern von den positiven gesamtstädtischen Tendenzen profitierten, wenn auch im geringerem Umfang.So haben z. B. in den schwächeren innerstädtischen Gebieten die Jugend- und die Langzeitarbeitslosigkeit abgenommen. Auch sank in den 43 schwächsten Kiezen der Stadt der Anteil der Arbeitslosen von durchschnittlich 17,3 Prozent im Vorjahr auf 15,8 Prozent im Untersuchungszeitraum.Trotz dieser positiven Tendenzen zeigt sich jedoch auch deutlich, dass sich Arbeitslosigkeit und Armut in fünf größeren Gebieten Berlins ballen: Wedding/Moabit, Kreuzberg-Nordost, Neukölln-Nord, Spandau-Mitte und Marzahn-Nord/-Hellersdorf-Nord. In diesen fünf Bereichen, in denen 25 Prozent aller Berlinerinnen und Berliner leben, liegen die meisten Planungsräume der Stadt mit einem niedrigen Entwicklungsindex. Dort ist die Problemdichte deutlich höher, weshalb die erwähnten Aufwärtsentwicklungen schwächer ausfallen als in der Gesamtstadt und somit beispielsweise junge Menschen nur eingeschränkte Perspektiven haben, da die Kinderarmut höher ist als in der Gesamtstadt.Dennoch gibt es zwischen diesen Gebieten auch Unterschiede. Der größte Unterschied zeigt sich beim Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Migrationshintergrund an den Gesamteinwohnern unter 18 Jahren. Die innerstädtischen Altbaugebiete in Wedding/Moabit, Kreuzberg-Nordost und Neukölln-Nord liegen bei diesem Wert fast doppelt so hoch wie die Gesamtstadt. Während die Werte für Spandau-Mitte sich etwa auf Berliner Durchschnitts-Niveau bewegen, liegen sie in Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf nur halb so hoch. Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund wachsen also vor allem in diesen drei Gebieten auf.Dafür waren in Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf die arbeitsmarktbezogenen Indikatoren Arbeitslosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit und Dauerarbeitslosigkeit im Jahre 2008 von allen fünf Gebieten am höchsten. Die Jugendarbeitslosigkeit hat dort – im Gegensatz zur Gesamtstadt, wo sie abgenommen hat – sogar zugenommen. Die Kinderarmut ist schwächer zurückgegangen als im städtischen Durchschnitt.Als Konsequenz aus den diesjährigen Monitoringergebnissen sollen die bewährten Instrumente der Senatsverwaltung weiterentwickelt werden, indem Vorranggebiete festgelegt werden, die besondere Förderung erhalten. In diesen Vorranggebieten sollen die bereits laufenden Verfahren der Städtebauförderung wie z.B. Quartiersverfahren und Stadtumbau, gebiets- und fachübergreifend stärker miteinander vernetzt werden. Angrenzende Kieze sollen mit einbezogen werden und neue Partnerschaften unter den in den Gebieten tätigen Akteuren, wie Vereinen, Organisationen, religiösen Gemeinschaften und Wohnungsbaugesellschaften, mit den Bewohnern angeregt werden.Diese als "Aktionsräume Plus" bezeichneten Vorranggebiete erhielten bereits im Jahr 2009 50 Millionen Euro (gegenüber 30 Millionen Euro im Jahr 2008) und auch in den Jahren 2010 und 2011 stehen jeweils pro Jahr 50 Millionen Euro zur Verfügung. Die konkrete Umsetzung der Aktionsräume wird derzeit von der Senatsverwaltung vorbereitet. Der BBU wird zeitnah über die genaue Ausgestaltung und ihre Bedeutung für die Wohnungswirtschaft berichten, sobald entsprechende Informationen zur Verfügung stehen.Die Kurzfassung des Gutachtens Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2009, die Karten sowie die tabellarische Übersicht über alle 447 Berliner Teilräume und ihre jeweilige Bewertung können im Internetangebot des BBU oder unter www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwicklung/monitoring heruntergeladen werden. Entwicklungsindex 2009 Monitoring Soziale Stadtentwicklung
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10E9FA_100114%20-%20Monitoring%20Soz.%20Stadtentwicklung%20-%20Entwicklungsindex%202009
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10E9FE_100119%20-%20Monitoring%20Soz.%20Stadtentwicklung%202009
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