SENSTADT: MONITORING SOZIALE STADTENTWICKLUNG 2010 VERÖFFENTLICHT

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Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer gemeinsam mit Prof. Dr. Hartmut Häussermann am 20. Januar das aktuelle Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2010 vor. Mit den Daten des Monitorings Soziale Stadtentwicklung ist es möglich, die Teilräume Berlins in Räume unterschiedlicher sozio-ökonomischer Problemdichte zu unterteilen und die Entwicklung dieser im Zeitverlauf zu verfolgen. Zu diesem Zweck kann auf die Indizes und Indikatorenwerte für die Jahre 2007, 2008, 2009 und für einige Indikatoren auch auf Daten für das Jahr 2006 zugegriffen werden. Aus ihnen ergibt sich der vierstufige Entwicklungsindex (sehr niedrig, niedrig, mittel, hoch/Sehr hoch).Positive RahmenbedingungenInsgesamt hat Berlin weiter an Bewohnern gewonnen. Damit setzte sich der in den letzten vier Jahren zu beobachtende Trend des leichten Wachstums der Bevölkerung weiter fort. Das Wanderungsvolumen, das die Summe der Zu- und Abwanderung darstellt, hat 2009 gegenüber 2008 wieder leicht zugenommen und liegt nun bei 28,4 Prozent. Beim Wanderungssaldo hat Berlin 2009 wie im vorausgegangenen Jahr einen leichten Wanderungsgewinn erlebt (+0,3 %).Stagnierender Arbeitsmarkt in der GesamtstadtDie Arbeitslosigkeit hat zwischen 2008 und 2009 wieder zugenommen (+4,7 %), nachdem sie zwischen 2007 und 2008 zunächst abgenommen hatte. Ebenso hat die Jugendarbeitslosigkeit im Jahr 2009 wieder leicht (+3,9 %) zugenommen, nachdem sie im Jahr 2008 gegenüber 2007 abgenommen hatte. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verharrt in Berlin 2009 bei einem leichten Rückgang auf dem Niveau von 2008. Die sozialräumliche Struktur der Stadt Berlin zeigt also eine hohe Stabilität.Arbeitslosigkeit allgemein und die Jugendarbeitslosigkeit im Besonderen haben im Zeitraum 2007 bis 2009 in den Gebieten mit der höchsten Problemdichte abgenommen, während sie in den Gebieten mit der geringsten Problemdichte etwas zugenommen haben. Bezüglich der Situation auf dem Arbeitsmarkt haben sich die Gebiete der Stadt also nicht mehr auseinander entwickelt, sondern hier hat es eine leichte Angleichung gegeben.Entwicklung der ProblemgebieteWie oben erwähnt, sind die Mittelwerte der Statusindikatoren für die Gebiete mit dem niedrigsten Entwicklungsindex bei Arbeitslosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit, wo sie am höchsten waren und sind, erfreulicherweise am stärksten gesunken. Die Niveauunterschiede sind aber nach wie vor enorm: Die Arbeitslosigkeit ist in diesen Gebieten nach wie vor mehr als dreimal so hoch wie in den Gebieten mit dem höchsten Entwicklungsindex. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in den Gebieten mit dem niedrigsten Entwicklungsindex viermal, die Langzeitarbeitslosigkeit fünfmal und der Anteil der "Aufstocker" achtmal so hoch wie in den Gebieten mit dem höchsten Entwicklungsindex. Die Anteile der Kinder, die in Bedarfsgemeinschaften leben sind nach wie vor extrem unterschiedlich: in den Gebieten mit dem höchsten Entwicklungsindex liegt die "Kinderarmut" bei etwa 8 Prozent, in den Gebieten mit dem niedrigsten Entwicklungsindex jedoch bei 71 Prozent, und sie ist seit 2007 kontinuierlich angestiegen. Daraus ergeben sich für Kinder unter 15 Jahren extrem unterschiedliche Umgebungen, die ihren Lebensweg prägen.Das sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt offenbar verbessert hat, der Anteil der "Kinderarmut" aber dennoch leicht gestiegen ist, kann als Hinweis gedeutet werden, dass diese beiden Entwicklungen sich entkoppelt haben: Der Übergang in eine Beschäftigung scheint seltener mit einem so hohen Einkommen verbunden zu sein, dass der Bezug von zusätzlichen Sozialtransfers für die Erwerbstätigen selbst und/oder für die übrigen Familienmitglieder überflüssig wird.Bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund scheint sich zunehmend eine soziale Differenzierung herauszubilden, die der angestammten deutschen Bewohnerschaft ähnelt. Ein hoher Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund hängt nicht zwingend mit einer sehr hohen sozialen Problemdichte zusammen: In der westlichen Außenstadt, wo der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund fast ebenso hoch ist wie im städtischen Durchschnitt, sind im Vergleich die Werte bei den Indikatoren für soziale Problemlagen fast immer niedriger. In den Gebieten der westlichen Innenstadt, in denen sich die Bevölkerung mit Migrationshintergrund konzentriert, zeigt sich jedoch eine Überlagerung von Migrantenstatus und sozialer Problemdichte. Dort sind die Werte bei den Indikatoren zum Bezug von staatlichen Transferleistungen am höchsten.Insgesamt zeigt sich – wie bereits für die Jahre 2007 und 2008 – eine starke räumliche Konzentration der Planungsräume mit einem sehr niedrigen und niedrigen Entwicklungsindex in den Räumen, die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als "Aktionsräume Plus" bezeichnet werden: Wedding/Moabit, Kreuzberg-Nordost, Spandau-Mitte, Nord-Neukölln und Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf. Download: Entwicklungsindex Download: Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2010

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18E200E_SenStadt_2010-12_Entwicklungsindex%20LOR%202010
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18E2012_SenStadt_2011-01-19_%20Monitoring%20Soziale%20Stadtentwicklung%202010
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