Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat die inhaltlichen und organisatorischen Weichen für den Beginn des "Stadtumbau West" in Berlin gestellt. In einer ausführlichen Voruntersuchung wurden fünf Gebiete im Westteil Berlins identifiziert, die grundsätzlich für den Stadtumbau geeignet erscheinen. Ausgewählt wurden die Gebiete Neukölln-Südring, Schöneberg-Südkreuz, Tiergarten-Nordring und Kreuzberg-Spreeufer sowie das Gebiet Spandau-Falkenhagener Feld.
Der BBU wird die Mitgliedsunternehmen mit Wohnungsbeständen in diesen Gebieten demnächst zu einer Veranstaltung einladen, in der die Vorhaben von der Senatsverwaltung präsentiert und mit ihr erörtert werden sollen. Wie es in der am 1. September veröffentlichten Presseerklärung der Senatsverwaltung heißt, wird die Stadtentwicklungssenatorin dem Senat in Kürze vorschlagen, alle fünf Gebiete als Stadtentwicklungsgebiete festzusetzen. In die Förderung werde zunächst das Gebiet Kreuzberg-Spreeufer genommen. Dort sollen vor allem die Urbanisierung des Spreeufers im westlichen Bereich des Gebietes, die Vernetzung des Kreuzberger mit dem Friedrichshainer Spreeufer und die Aufwertung des Bereiches am U-Bahnhof Schlesisches Tor als Quartiersmittelpunkt in Angriff genommen werden. Über eine Förderung von Stadtumbauprojekten in den übrigen vier Stadtumbaugebieten werde später entsprechend den Ergebnissen vertiefender Untersuchungen entschieden.Berlin habe umfassende Erfahrung zum Thema Stadtumbau, so Junge-Reyer. Nachdem bislang der Osten im Mittelpunkt des Interesses gestanden habe, müsse nun auch den Westteil der Stadt einbezogen werden. Es gäbe Standorte, deren Qualität nur durch langfristige Planung gemeinsam mit den Eigentümern, den Gewerbetreibenden und mit gezieltem Einsatz staatlicher Förderung gesichert werden könne. Mit den im Frühjahr vom Senat beschlossenen Voruntersuchungen für fünf Gebiete im Westteil Berlins schaffe Berlin die Voraussetzung, sich am Bund-Länder-Förderprogramm "Stadtumbau West" zu beteiligen. Das Programm werde zu einem Drittel vom Bund und zu zwei Dritteln vom Land Berlin finanziert. In der Finanz- und Investitionsplanung 2005 bis 2009 sei für Maßnahmen und Projekte des Stadtumbau West ein Förderprogramm von insgesamt 10 Millionen eingeplant.Das Spandauer Falkenhagener Feld habe mit ähnlichen sozialen und demographischen Problemen zu kämpfen, wie die Großsiedlungen in den östlichen Bezirken. Allen fünf Gebieten sei gemeinsam, dass sie auch über große Potentiale verfügten, die zu einer positiven Entwicklung führen könnten: In allen Gebieten bildeten Brach- oder untergenutzte Flächen ein erhebliches, zu reaktivierendes Nutzungspotenzial. Die Nachnutzung bestehender Gebäude sei an allen Standorten relevant. Die Aufwertung bzw. Schaffung von Grün- und Freiflächen gehöre zu den zentralen möglichen Maßnahmen. Standortmarketing und die Koordinierung der Aktivitäten sollen in allen Gebieten zur Aufwertung beitragen. Für das Falkenhagener Feld wird vorgeschlagen, so die Senatorin, auch mit Hilfe privater Investitionen Projekte durch Umbau und Teilrückbau von Wohngebäuden zu realisieren. An der Heidestraße im Gebiet Tiergarten Nordring könnte der Kanaluferweg ausgebaut werden. Jedoch seien die vorgelegten Vorschläge aus finanziellen Gründen nicht immer sofort umsetzbar, so die Senatsverwaltung weiter.