SENAT LEGT ZWISCHENBERICHT ZUM DEMOGRAFIEKONZEPT VOR

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Auf seiner heutigen Sitzung hat sich der Senat mit dem Zwischenbericht zum Berliner Demografiekonzept beschäftigt. Senatorin Junge-Reyer erläuterte auf der an die Senatssitzung anschließenden Pressekonferenz die wesentlichen Handlungsfelder und Zielsetzungen des Konzepts. Der BBU wies in diesem Zusammenhang auf die besondere Bedeutung und die großen Erfahrungen hin, die die Wohnungswirtschaft mit der Gestaltung des demografischen Wandels sammeln konnte. Außerdem regte er an, dass im Demografiekonzept der Stadtmarketing-Aspekt nicht zu kurz kommen dürfe. Das Konzept sei außerdem eine Chance zur gezielten Entwicklung großer Siedlungen. Das Demografie-Konzept wird unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtent¬wicklung erstellt. Senatorin Junge-Reyer: "Unsere Gesellschaft wird älter, deshalb ist es wichtig, sich mit dem demografischen Wandel auseinander zu setzen. Die Menschen leben länger, sie sind im Alter weitaus gesünder und aktiver als noch vor 50 Jahren. Die Herausforderungen des demografischen Wandels liegen nur zu einem Teil in der Frage, wie die Sicherheit und die Würde von Pflegebedürftigen im Alter garantiert wird. Es stellen sich vor al¬lem Aufgaben, wie die Gestaltung der Zuwanderung oder die Lebensbedingungen von Familien in der Stadt, die mit aktiver Stadtentwicklungspolitik zu lösen sind. Berlin stellt sich diesen Herausforderungen."Den Hintergrund für das Demografie-Konzept bildet die Bevölkerungsprognose für die Jahre 2006 - 2030. Die Bevölkerung bleibt nach dieser Prognose in den kom¬menden 22 Jahren weitgehend stabil. Zum Jahresende 2006 hatte Berlin eine Bevöl¬kerung von 3,404 Mio. Personen, für das Jahr 2030 wird eine Bevölkerungszahl von 3,367 Mio. erwartet (-1,1%). Bis etwa zum Jahr 2020 ist die Bevölkerung stabil, mit einer erwarteten leichten Zunahme bis 2015/16, danach ist eine leicht rückläufige Entwicklung zu erwarten.Das Durchschnittsalter steigt von 42,4 Jahren (2006) auf 46,4 Jahre (2030) an. Berlin wird also – wie der Rest Deutschlands und weite Teile Europas – älter. Die erwerbs¬fähige Bevöl¬kerung zwischen 18 und 65 Jahren wird bis zum Jahr 2030 um 10% ab¬neh¬men. Laut Bevölkerungsprognose wird die Gruppe der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren bis zum Jahr 2030 um 10%, die der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren sogar um ein Fünftel abnehmen.Senatorin Junge-Reyer: "Die  Bevölkerungszahl verändert sich auch in den kommen¬den 22 Jahren nur geringfügig, wir sind damit einer der Gewinner in Deutschland und Europa. Aus den vorliegenden Zahlen und Entwicklungstendenzen ergeben sich vier wesentliche Handlungsfelder für die Berliner Politik der kommenden Jahre: 1. Wir müssen das wirtschaftliche Profil der Stadt stärken und einem Fachkräfteman¬gel vorbeugen, indem wir junge Menschen in die Stadt holen und allen hier Leben¬den die Beteiligung am Erwerbsleben ermöglichen. 2. Wir müssen in stabilen Quartieren die soziale Integration und die Chancengerech¬tigkeit fördern. 3. Wir müssen in einem optimalen, städtischen Wohnumfeld die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Verkehrssicherheit, Freiräume und Bildungsangebote in je¬dem Teil der Stadt gewährleisten. 4. Wir müssen ältere Menschen aktiv einbinden und so ihre Potenziale und Erfahrun¬gen für die gesamte Gesellschaft heben."In diesen vier Handlungsfeldern werden konkrete Maßnahmen ergriffen, um den de¬mografischen Wandel aktiv zu gestalten. Um den Wirtschafts- und Wissenschafts¬standort Berlin stärker zu profilieren, werden auf Basis des Masterplans "Wissen schafft Berlins Zukunft" in den Jahren 2008 bis 2011 insgesamt 300 Millionen Euro zusätzlich in Forschungs- und Ausbildungsoffensiven investiert. Eine gestärkte Forschung und Ausbildung wird den Standort Berlin für junge Wissenschaftler und Studenten noch attraktiver machen.Junge-Reyer: "Das hippe Szenevolk muss sich in Berlin genauso wohl fühlen, wie die junggebliebenen Alten oder die Bewohner von Seniorenresidenzen. Alt und Jung leben in Berlin zusammen, denn die Anforderungen, die an das Le¬bensumfeld gestellt werden, sind gleich: Um von Jungen wie Alten als Heimat ange¬nommen zu werden, muss die Stadt urban, kompakt und grün sein." Der Senat för¬dert generationenübergreifendes Wohnen und stärkt den Wohnstandort "Innenstadt". Baugruppen mit überzeugenden Konzepten erhalten seit Jahresanfang bevorzugt ausgewählte innerstädtische Grundstücke, um ihre innovativen Wohnkonzepte zu verwirklichen. Noch in diesem Jahr eröffnet die Senatsverwaltung für Stadtentwick¬lung die Beratungsstelle "Generationenübergreifendes Wohnen", um über beste¬hende Angebote zu informieren und Initiativen rechtlich, technisch und finanziell zu beraten.