Politik, Verwaltung und Bürgerschaft Berlins sollen in Zukunft noch intensiver miteinander vernetzt werden, um ressort- und fachübergreifend wirken zu können. Die sozialen Gegebenheiten der Stadt sollen dabei stärker als bisher im Fokus der Arbeit stehen. Das hat der Senat mit dem "Handbuch zur Sozialraumorientierung" beschlossen. Es ist das Ergebnis eines Arbeitsprozesses zur Rahmenstrategie "Soziale Stadt(teil)entwicklung", an dem alle Senatsressorts und drei Pilotbezirke beteiligt waren.
"Hinter der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung und des Handbuchs zur Sozialraumorientierung steht ein klarer Auftrag an alle Senats- und Bezirksverwaltungen: Sie sollen enger und kontinuierlicher zusammenarbeiten und dabei die kleinräumigen Stadtteile und ihre spezifischen sozialen, wirtschaftlichen und räumlichen Gegebenheiten im Fokus haben." kommentierte Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer das von ihr vorgelegte Handbuch. Darüber hinaus müsse es das Ziel sein, alle Akteure zu beteiligen und einzubeziehen. Denn: "Erfolgreiche Stadtteilentwicklung beginnt bei und mit den Menschen vor Ort - ihr Wissen, ihre Ideen und ihr Engagement sollen zukünftig noch stärker eingebunden werden. Deshalb sollen in den Stadtteilen Bürger, Bürgerinitiativen, Vereine oder Kirchengemeinden als Partner gewonnen werden, an der Weiterentwicklung ihres Kiezes zu arbeiten."Die Ausrichtung sozialer Stadtentwicklung an den tatsächlichen sozio-ökonomischen Verhältnissen soll durch die Gliederung der Stadt in sogenannte Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) erleichtert werden. Sie sind die neue Bezugsgröße für abgestimmtes Planen und Handeln. Die LOR-Abgrenzungen orientieren sich im Wesentlichen an Bau-, Sozial- und Milieustrukturen. Dadurch soll es möglich werden, Maßnahmen, Instrumente und Fördergelder zur Weiterentwicklung verschiedener Teile der Stadt zielgenau und effektiv einzusetzen.Das "Handbuch zur Sozialraumorientierung" bietet Instrumente für eine neue Art der Zusammenarbeit aller städtischen Akteure und gibt Hinweise für deren Anwendung. Die Fachressorts in der Verwaltung sowohl auf Senats- als auch auf Bezirksebene sollen stärker vernetzt arbeiten, um gemeinsame Synergieeffekte herzustellen. Neue Strukturen und Verfahrensabläufe werden sukzessive zur Unterstützung der Rahmenstrategie aufgebaut. Der Senat wird eine Koordinationsstelle für das angestrebte Ressortübergreifende Arbeiten zwischen Senat und Bezirken einrichten. Senat und Bezirke haben sich darüber verständigt, dass in allen Bezirken eine sogenannte Sozialraumorientierte Planungskoordination eingerichtet wird. Diese sollen die Fachdaten verknüpfen, Planungen und Aktivitäten koordinieren und auch Anlaufstelle der lokalen Akteure im jeweiligen Kiez sein.Bezüglich der Ressourcenfrage für die Einrichtung der Koordinationsstellen in den Bezirken sind sich Senat und Bezirken noch uneinig. Um die Zusammenarbeit zwischen dem Senat und den Bezirken zu vertiefen, wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am 15. Dezember Vertreter aller zwölf Bezirke über das Handbuch zur Sozialraumorientierung informieren und mit ihnen Wege der Umsetzung erörtern.