SCHÖNEBERGER GENOSSENSCHAFTSWOHNUNG MACHT INTERNATIONAL KARRIERE

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Die Geschichte des Tages beim Internationalen Jahr der Genossenschaften liefert eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit Wohnküche in der Schöneberger Eythstraße. Aus dem Südtiroler Trient schickt "Euricse", das europäische Institut für genossenschaftliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, im Auftrag der Vereinten Nationen jeden Tag in diesem Jahr eine beispielhafte Geschichte an die rund eine Milliarde Mitglieder von Genossenschaften via Internet in aller Welt. Bisher präsentiert wurden zum Beispiel eine kanadische Bio-Genossenschaft, eine mexikanische Honig-Genossenschaft, Neuseelands Genossenschaftsbank mit 130.000 Anteilseignern und der Verband ländlicher Elektrizitätsgenossenschaften der USA mit über 42 Millionen Mitgliedern.Am 14.Januar 2012 berichtet die 3.500 Mitglieder große GeWoSüd aus ihrer Schöneberger Siedlung Lindenhof über eine Wohnung, die in Zuschnitt, Materialien und Farben in den Ursprungszustand von 1920 zurückversetzt wurde. Gleich nach dem 1. Weltkrieg hatte der junge Schöneberger Baustadtrat Martin Wagner hier eine Gartenstadt für Selbstversorger gebaut.Die Wohnung, die GeWoSüd-Mitglieder für ihre Gäste mieten können, wurde 2011 technisch auf den neusten Stand gebracht. Mittelpunkt aber blieb die Wohnküche, von der es direkt ins Bad und von dort in den Garten geht. In dem fünf Minuten langen Video, welches die Arbeiten an der Wohnung dokumentiert, erklärt GeWoSüd-Vorstand Norbert Reinelt das Revolutionäre an der Genossenwohnung: Eigenes Bad und eigener Garten für Arbeiter und kleine Handwerker, für die um 1920 in Berlin der dritte oder vierte Hinterhof Wohnnormalität war.Für Norbert Reinelt bietet sich die Möglichkeit, einem internationalen Publikum von der über 90 jährigen Geschichte der Genossenschaft zu berichten. "Und wir zeigen konkret, wie wir handwerkliche Qualitäten im 21. Jahrhundert unter Gesichtspunkten von gesundem Wohnen und Nachhaltigkeit bewahren und entwickeln."Mit den 366 Geschichten solle das Voneinander-Lernen gefördert werden, erklärt Dame Pauline Green, Präsidentin des Internationalen Genossenschaftsbunds (ICA) in Genf, der stories.coop unterstützt. Neben einigen internationalen Kongressen übernehme das Internet die Hauptaufgabe, "das genossenschaftliche Wirtschaftsmodell ins Bewusstsein der globalen Öffentlichkeit zu tragen". Im Dezember 2009 hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt. "Genossenschaften erinnern die internationale Gemeinschaft daran, dass es möglich ist, wirtschaftliches Handeln und soziale Verantwortung zu verbinden", so UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon.

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