Sachsen will den Abriss von nicht benötigten oder maroden Wohnhäusern von Privatbesitzern künftig weiter fördern.
Das Bundesbauministerium hat angekündigt, in den neuen Ländern den Abriss von Bauten, die das Stadtbild prägen, nicht mehr fördern zu wollen. Sachsen sieht aber noch Handlungsbedarf. Sachsens Bauminister Albrecht Buttolo sagte, manchmal könne es sinnvoll sein, sich von einem Gebäude zu trennen. In vielen Kommunen stünden Häuser aus der Gründerzeit leer. Auch nach einer Sanierung, für die Privateigentümern oft das Geld fehle, würden sich kaum Mieter finden. Mit dem Verband Haus und Grund sei das Dresdner Ministerium im Gespräch, so Buttolo. Es sei großes Interesse signalisiert worden. Auch in den sächsischen Kommunen sei er auf offene Ohren gestoßen, da es dann auch bessere Möglichkeiten für die Stadtentwicklung gäbe. Es gehe aber laut Buttolo immer nur um einzelne Objekte. Intakte Stadtzentren oder wertvolle geschlossene Ensembles würden nicht infrage gestellt. Bislang seien im Freistaat Sachsen im Rahmen des Stadtumbauprogramms 90 Prozent der Mittel für den Abriss und zehn Prozent für die Aufwertung von Stadtquartieren eingesetzt worden. Das Verhältnis solle sich in absehbarer Zeit auf 70 zu 30 verändern, sagte Buttolo. Bis zum Jahr 2020 wird nach den Angaben in Sachsen mit einem Rückgang der Einwohnerzahlen um mehr als 300.000 gerechnet. 150.000 Wohnungen seien dann nicht mehr gefragt.