Für ihr zweites Regionalranking hat die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft 409 Kreise und kreisfreie Städte in der Bundesrepublik anhand von 39 ökonomischen und strukturellen Indikatoren untersuchen lassen. Das Ergebnis: Das Wohlstandsgefälle zwischen Ost und West ist unverändert hoch, Brandenburg bildet das Schlusslicht der Rangliste.
MethodikAlle 409 Kreise und kreisfreie Städte werden anhand von 39 Indikatoren wie Altersstruktur, Ausbildungsplatzdichte, Kaufkraft und Produktivität bewertet. Durch die Vielzahl der Indikatoren soll es möglich sein, ein relativ genaues Bild von der derzeitigen Lage zu zeichnen. Die Indikatoren werden zu den Gruppen Wohlstand, Arbeitsmarkt, Struktur und Standort aggregiert. So können Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale differenziert analysiert werden. Im Gesamtranking werden die vier Gruppen zusammengeführt, so dass das übergeordnete Standortpotenzial der jeweiligen Region deutlich wird.Aufgrund der speziellen Organisations- und Aufgabenstruktur wurden die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg nicht in das Ranking mit einbezogen.ErgebnisseGroßer Gewinner des Regionalrankings ist der Großraum München. Unter den besten elf Städten und Kreisen befinden sich die bayerische Landeshauptstadt und sechs umliegende Kreise. Angeführt wird das Ranking vom Landkreis München mit 67,8 Punkten vor seinem Nachbarkreis Starnberg (66,6). Neben dem Großraum München kristallisieren sich mit Frankfurt und Erlangen zwei weitere wirtschaftlich starke Zentren heraus. Auf den Plätzen drei und fünf liegen die hessischen Kreise Hochtaunuskreis (63,4) und der Main-Taunus-Kreis (62,4). Auf den Plätzen sieben und acht folgt mit der Stadt Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt das zweite bayerische Zentrum, das zu den Spitzenregionen in Deutschland zählt.Auf den hinter Plätzen finden sich ausschließlich Städte und Kreise aus den östlichen Bundesländern. Den letzten Platz dieses Vergleichs belegt der Kreis Uecker-Randow mit 32,9 Punkten gefolgt vom Kreis Demmin mit 34,4 Punkten. Auf den zehn letzten Plätzen finden sich Kreise und Städte aus allen fünf neuen Bundesländern. Dabei ist auffällig, dass die zehn Letztplazierten alle in Randgebieten und abseits der großen Agglomerationen liegen. Die schlechteste westdeutsche Stadt ist das nordrhein-westfälische Gelsenkirchen auf Platz 388 von 409 untersuchten Kreisen und Städten.Zusammenfassung des Regionalrankings 2009: In der Region München liegen sieben Landkreise bzw. kreisfreie Städte in den Top 11. Nirgendwo sonst in Deutschland ist das Standortpotenzial so hoch wie in dieser Boom-Region. Die Dominanz der Region spiegelt sich besonders in der Arbeitsmarktsituation wider. In den Top 10 beim Arbeitsmarkt befinden sich sieben Landkreise aus dieser Region. Die Top 25 bilden ausnahmslos Kreise und kreisfreie Städte aus den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Die meisten dieser Topregionen liegen in unmittelbarer Nähe zu den prosperierenden Städten München, Stuttgart und Frankfurt am Main. Den ostdeutschen Kreisen und Städten bleiben bis auf wenige Ausnahmen nur Platzierungen im unteren Teil des Vergleichs. Die letzten 20 Plätze im Regionalranking werden ausschließlich von ostdeutschen Kreisen bzw. kreisfreien Städten belegt. Unter den letztplatzierten 50 Kreisen und kreisfreien Städten sind nur drei aus Westdeutschland zu finden. Während die strukturellen Unterschiede zwischen den ost- und westdeutschen Kreisen und Städten in den Bereichen Arbeitsmarkt, Wohlstand und Struktur relativ deutlich ausgeprägt sind, gibt es im Bereich Standortfaktoren geringere Unterschiede. Deutlich wird diese Entwicklung beispielsweise bei der bestplatzierten ostdeutschen Stadt, dem thüringischen Jena. Bei den Standortfaktoren (Bildung, Kosten, Humankapital) zählt die "Lichtstadt" bereits zu den bundesweiten Spitzenregionen. Positive Ausstrahleffekte von West nach Ost, wie beispielsweise aus Regionen in Bayern oder Hessen nach Thüringen hinein, sind nicht zu erkennen, da die an Ostdeutschland grenzenden Kreise zum Teil selbst eher strukturschwach sind. Auffällig ist, dass die Regionen an den Grenzen Deutschlands tendenziell schwächer sind. Dies trifft insbesondere auf die West- und Ostgrenzen zu. Die Ergebnisse des Landes BrandenburgIm bundesweiten Ranking schneiden die Kreise und kreisfreien Städte des Landes Brandenburg schlecht ab: Selbst die Boom-Regionen Potsdam und Potsdam-Mittelmark landen im Gesamtranking nur auf den Plätzen 252 und 270 (von 409). Die Kreise Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Uckermark finden sich ganz am Ende der Liste wieder.Betrachtet man die verwendeten Indikatoren im Einzelnen, zeigen sich jedoch durchaus Lichtblicke. So belegen Potsdam-Mittelmark, Oberhavel und Potsdam beim Indikator "Gewerbesaldo" (Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen je 1.000 Einwohner) bundesweit die Ränge 144, 149 und 168. Beim Indikator "Hochqualifizierte" (prozentualen Anteil der Beschäftigten mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) liegen sogar fünf brandenburgische Regionen unter den bundesweiten Top 100. Hingegen bestätigt der Indikator "Demografie", den die Autoren der Studie auf der Basis von sieben Demografie-Kennziffern berechnet haben, finstere Prognosen: Hier finden sich auf den zehn letzten Plätzen des bundesweiten Rankings sechs brandenburgische Kreise. INSM-Regionalranking 2009: Ergebnisse des Landes Brandenburg Kreis Gesamtranking Bund 1 Hoch-qualifizierte 2 Arbeitslosen-quote Gewerbe-saldo 3 Demografie 4 Stadt Potsdam 252 12 264 168 107 Potsdam-Mittelmark 270 160 264 144 310 Dahme-Spreewald 277 167 285 258 338 Teltow-Fläming 316 86 318 282 308 Oberhavel 327 122 351 149 291 Havelland 342 211 342 301 270 Barnim 346 128 363 345 327 Märkisch-Oderland 354 161 363 311 323 Oder-Spree 359 95 354 387 372 Stadt Cottbus 378 22 381 402 388 Spree-Neiße 383 199 378 390 400 Stadt Frankfurt (Oder) 385 46 390 369 405 Stadt Brandenburg a.d.H. 389 114 388 391 381 Prignitz 394 136 386 338 397 Ostprignitz-Ruppin 397 187 397 360 370 Oberspreewald-Lausitz 404 91 406 372 408 Elbe-Elster 405 229 404 404 392 Uckermark 407 158 408 409 396 1 Rangliste aller 409 Kreise und kreisfreien Städte (außer Berlin, Hamburg, Bremen)2 %-Anteil der Beschäftigten mit FH- oder Uniabschluss an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten3 Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen je 1.000 Einwohner:3 prozentualen Anteil der Beschäftigten mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten4 zusammengefasster Index aus sieben Demografie-Kennziffern (u.a. Anteil der unter 20-Jährigen und der über 60-Jährigen, Geburtenüberschuss, Lebenserwartung)Eine detailierte Aufstellung aller 39 Indikatoren sowie weitere Informationen zu den Hintergründen und der Methodik der Studie finden Sie unter www.insm-regionalranking.de.