In den vergangenen Jahren waren die beiden Bildhauer deutschlandweit bei zahlreichen bekannten Bauprojekten für die aufwendige Rekonstruktion von Figuren und Reliefs verantwortlich. So etwa für die fast drei Meter große Göttin Minerva, die samt schmuckem Helm, einem Schild und Gürtelschnalle im vergangenen Jahr auf den Giebel des Theaterflügels des Potsdamer Stadtschlosses zurückkehrte. Oder für den Moses, der das Portal am Hauptzugang zum Foyer des Humboldt-Forums ziert.
Für die beiden versierten Künstler war die Arbeit an den Statuen dennoch nicht alltäglich: „Wir haben bisher noch nie an drei Figuren parallel gearbeitet. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Stefan Zimmermann. Drei rund viereinhalb Tonnen schwere Blöcke des berühmten Sandsteins wurden dazu eigens per Lkw von einem benachbarten Steinbruch in die Werkstatt des Ehepaares transportiert. Jeweils etwa drei Monate dauerte es pro Figur, um behutsam mit Hammer und Meißel aus den kantigen Steinschichten die edlen Gesichter und Körper zu formen.
„Ihre Namen sind eigentlich die Frohsinnige, die Blühende und die Strahlende“, erklärt Marie-Josefin Zimmermann. Von dem Bildhauer-Paar und der Genossenschaft werden sie aber liebevoll die drei Grazien genannt, wie Stefan Zimmermann erzählt. Diesen Winter werden sie noch eingelagert in Sachsen verbringen. Wenn die Arbeiten am Block III abgeschlossen sind, zieren die Figuren dann wieder das Eckhaus am Alten Markt, von wo aus sie direkt auf die Nikolaikirche und das emsige Treiben in der Potsdamer Mitte blicken werden.
Foto: Stefan und Marie-Josefin Zimmermann mit ihrer Hündin Selva in ihrer Werkstatt. Hinter ihnen sind die drei Grazien sowie ihre Zwillinge aus Gips zu sehen. (Fotonachweis: Stefan & Marie-Josefin Zimmermann)
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