PROPOTSDAM SUCHT MASSENTAUGLICHES PASSIVHAUS

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Für die Errichtung eines neuen Wohnhauses im Passivhaus-Standard mit insgesamt 16 Wohnungen wurde am 6. Januar 2012 im Bornstedter Feld der offizielle Baustart vollzogen. Gemeinsam legten der Potsdamer Oberbürgermeister, Jann Jakobs, und der Geschäftsführer der ProPotsdam GmbH, Horst-Müller-Zinsius, den Grundstein für das Pilotprojekt. Mit dem Neubau im konventionellen, jedoch hochgedämmten Mauerwerksbau leistet die ProPotsdam einen Beitrag für die Schaffung von neuem Wohnraum für die Landeshauptstadt. 2012 wird sie mit dem Neubau von insgesamt 224 Wohnungen beginnen. Das von den Potsdamer Architekten Gutheil und Kuhn geplante Gebäude in der Bartholomäus-Neumann-Straße 10, das die Anforderungen der Passivhauszertifizierung erfüllt und dem KfW-Standard-40 nach den Richtlinien des KfW-Förderprogramms entspricht, steht für einen der effizientesten Energiestandards. Passivhäuser benötigen aufgrund ihrer guten Dämmung so gut wie keine klassische Heizung oder Kühlung. Den größten Teil ihres Wärmebedarfs beziehen diese Häuser aus passiven Quellen wie Sonneneinstrahlung oder Abwärme von Personen und technischen Geräten. Passivhäuser leisten durch die erhebliche Senkung des Energiebedarfs einen bedeutenden Beitrag zu einer umweltverträglichen Gebäudenutzung und zur CO2-Vermeidung.Während der Grundsteinlegung verwies der Geschäftsführer der ProPotsdam auf den Pilotcharakter des Projektes: "Wir wissen bisher, dass ein Passivhaus etwas für Leute ist, die ganz bewusst damit und darin leben wollen und können. Wir wissen bisher nicht, ob ein Passivhaus auch als x-beliebiges normales Mietshaus für Menschen, die sich mit dem Thema nicht näher befassen möchten, die einfach nur leben und wohnen wollen, auch funktioniert." Zwar gäbe es Erfahrungen mit Mehrfamilienhäusern, die man zu Passivhäusern umgebaut habe, nicht aber mit neu errichteten Mehrfamilienhäusern im Passivhaus-Standard. Müller-Zinsius: "Unser Ziel ist es, ein Passivhaus nach aktuellen Erkenntnissen zu errichten, um es dann – und das ist der zweite Teil des Pilotprojektes – über einen längeren Zeitraum einem Monitoring zu unterziehen. Am Ende dieses Pilotprojektes werden wir sagen können: Was ist an einem Mehrfamilienhaus im Passivhaus-Standard massentauglich und was nicht? Was von den technisch möglichen Dingen kann man tun, ohne am Ende die Mieter ständig zu bevormunden?" Das vierstöckige Haus, in dem zehn Drei-Raum-Wohnungen und sechs Zwei-Raum-Wohnungen entstehen, hat neben dem Treppenhaus auch einen Aufzug. Die künftigen Bewohner erwartet eine Ausstattung, die generationsübergreifend sowohl für Senioren als auch für Behinderte, für Familien sowieso, geeignet ist. Die vier Wohnungen im Erdgeschoss werden barrierefrei erreichbar sein. Alle Wohnungen sind mit, theoretisch kaum benötigter, Fußbodenheizung sowie mit Balkonen ausgestattet. Im Keller des Gebäudes befinden sich die Mieterkeller, Fahrradplätze und Technikräume. Zudem entstehen im Außenbereich ebenerdige PKW-Stellplätze, die mit einer auflockernden Baumbepflanzung umgeben werden, sowie überdachte Fahrradstellplätze.Die ProPotsdam investiert im Jahr 2012 in den Wohnungsneubau insgesamt rund 35 Millionen Euro. Bis zum Dezember diesen Jahres soll das Passivhaus, dem zunächst weitere konventionelle Neubauten folgen werden, fertiggestellt sein.

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