Der Aufbau Ost hat in den vergangenen drei Jahren in einigen Regionen spürbare Fortschritte gemacht. Eine Reihe von Städten und Kreisen in den neuen Bundesländern haben ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert. Die drei ostdeutschen Spitzenstandorte Dresden, Potsdam und Jena bewegen sich inzwischen in der gleichen Liga wie westdeutsche Top-Regionen. Das ist ein Ergebnis des "Zukunftsatlas 2007", den das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos am 26. März vorlegte.
Mit der Aktualisierung seiner namensgleichen Publikation aus dem Jahr 2004 gibt die Prognos AG anhand von 29 makro- und sozioökonomischen Indikatoren Auskunft über die Zukunftschancen aller 439 Kreise und Kreisfreien Städte in Deutschland. Der Zukunftsindex des Gesamtrankings zeigt dabei die regionale Verteilung der Zukunftschancen und -risiken innerhalb Deutschlands auf. Eine Analyse der Indikatoren nach den Dimensionen "Stärke" und "Dynamik" soll eine Differenzierung des Rankings in die momentane Standortstärke einerseits und die Entwicklung der Regionen in den vergangenen Jahren andererseits ermöglichen. Darüber hinaus werden themenorientierte Auswertungen und Rankings in den Bereichen "Demografie", "Arbeitsmarkt", "Soziale Lage & Wohlstand" sowie "Wettbewerb & Innovation" erstellt.Nach dem Zukunftsatlas steht der Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt besser da als 2004. 43 Regionen haben laut Prognos sehr hohe oder sogar "Top-Zukunftschancen" – vor drei Jahren war diese Spitzengruppe nur etwa halb so groß. Dabei hat sich das wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle seit 2004 jedoch weiter verstärkt. Sieben der acht Regionen der Spitzengruppe mit "Top-Zukunftschancen" liegen in Bayern, eine in Baden-Württemberg. Auch von den 35 Städten der zweiten Gruppe, denen Prognos sehr gute Zukunftschancen attestiert, kommt die Mehrheit (19) aus beiden süddeutschen Ländern. Unangefochten an der Spitze liegt der Ballungsraum München.Die größte Bewegung im Ranking hat es in Ostdeutschland gegeben: Acht der zehn Städte und Kreise, die ihre Position im Ranking am stärksten verbessert haben, liegen in den neuen Bundesländern. Der größte Aufsteiger der Studie ist Greifswald: Die Hansestadt stieg innerhalb von drei Jahren um 224 Plätze auf und liegt jetzt auf Rang 101. Anders als 2004 schaffen drei ostdeutschen Städte – Dresden, Potsdam und Jena – in diesem Jahr den Sprung in die gesamtdeutsche Top-20. Potsdam erreicht dabei Position 15 des Gesamtrankings. Damit schneiden diese drei Städte deutlich besser ab als die westdeutschen Metropolen Köln, Frankfurt und Hamburg. Vor drei Jahren war Jena auf Platz 24 noch der einzige ostdeutsche Standort, der ganz oben rangierte.Neben den Vorzeige-Standorten bescheinigt Prognos jetzt 28 ostdeutschen Städten und Kreise einen "ausgeglichenen Chance-Risiko-Mix" – mehr als dreimal soviel wie 2004. Vor allem Regionen, die an der Verkehrsachsachse Hannover-Berlin liegen, haben aufgeholt – und solche, die über hohe wirtschaftliche und technologische Kapazitäten verfügen.Auch die Zahl der absoluten wirtschaftlichen Problemfälle in Ostdeutschland hat abgenommen: Vor drei Jahren sah Prognos bei 101 der 113 ostdeutschen Städte und Kreise mehr Risiken als Chancen. Heute gilt dies noch für 81 Regionen in den neuen Ländern. Wie 2004 liegen alle Regionen, denen die Forscher hohe oder sehr hohe Zukunftsrisiken attestieren, in den neuen Bundesländern. Defizite in der Wirtschaftsstruktur und die abgelegene Lage schaukeln sich dort gegenseitig auf.Alle Ergebnisse des Zukunftsatlasses 2007, das Gesamtranking sowie eine interaktive Deutschland-Karte stehen unter www.prognos.com/zukunftsatlas kostenlos zur Verfügung.