Durch die Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung wird sich bis zum Jahr 2030 die Zahl der Arbeitnehmer in Deutschland drastisch reduzieren, sodass bis zu sieben Millionen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen werden. Dadurch könnte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes halbieren, woraus ein Wohlstandsverlust von 4,6 Billionen Euro resultieren würde. Zu diesen Aussagen kommt eine Studie, die die Prognos AG kürzlich im Auftrag der Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft vorgelegte hat.
Danach wird im Jahr 2030 jeder zweite deutsche Arbeitsplatz in einer Dienstleistungsbranche angesiedelt sein, während die Zahl der Industriejobs um 1,7 Millionen sinken wird. Generell gewinnen wissensintensive Tätigkeiten an Bedeutung für die Unternehmen, weswegen ausschließlich Facharbeiter und Akademiker von der Mehrnachfrage profitieren werden.Die leicht steigende Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern trifft auf eine bis 2030 um rund vier Millionen Menschen schrumpfende Bevölkerung und damit auf ein rückläufiges Angebot an Arbeitskräften. Während heute die 35- bis 44-Jährigen den größten Anteil an der Bevölkerung haben, werden es in 2030 die 60- bis 69-Jährigen sein. Nach Prognos wird sich bis 2030 eine Arbeitskräftelücke von insgesamt 5,5 Millionen Personen aufbauen, bereits 2010 werden 1,5 Millionen Erwerbstätige fehlen. Vor allem Arbeitsplätze für Fachkräfte und Akademiker können nicht besetzt werden. So werden bereits im Jahr 2015 elf Prozent der Stellen für Ingenieure und Naturwissenschaftler nicht besetzt werden können. Für 2030 rechnet die Studie mit 750.000 nicht besetzen Stellen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, aber auch mit 220.000 offenen Stellen für Krankenpfleger und mit 500.000 fehlenden Industrie-Arbeitern.Um die prognostizierten Folgen abzuwenden, schlägt die Studie vier Maßnahmen vor: Neben einer Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren fordert sie die Abschaffung starrer Berufsbilder, um eine höhere Durchlässigkeit zwischen Fachrichtungen und Tätigkeiten zu erreichen. Weiter plädiert sie für eine wöchentliche Kernarbeitszeit von 40 Stunden und für eine höhere Bildungsbeteiligung durch z.B. die Stärkung der frühkindlichen Bildung, eine höhere soziale Durchlässigkeit der Schulen und die Stärkung der beruflichen Weiterbildung.Die Studie kann in der Vollversion sowie in einer Kurzfassung im Internetangebot der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft unter www.vbw-bayern.de heruntergeladen werden.