PRIMACOM IST ZAHLUNGSUNFÄHIG – MEDIENVERSORGUNG LÄUFT WEITER

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Die Kreditgeber der PrimaCom-Gruppe haben Anfang Juni 2010 Kreditforderungen in Höhe von rund 29,2 Millionen Euro gegen die PrimaCom AG, die nicht-operative Holdinggesellschaft der PrimaCom Gruppe, fällig gestellt und damit das Verfahren zur Verwertung des ihnen durch die Gesellschaft gewährten Pfandrechts über die PrimaCom Management GmbH eingeleitet. Die PrimaCom Management GmbH ist die Obergesellschaft des operativen Geschäfts der PrimaCom Gruppe. Die PrimaCom AG ist damit nach eigenen Angaben zahlungsunfähig. Die operativen Gesellschaften der PrimaCom-Gruppe seien von dieser Entwicklung jedoch nicht betroffen, sodass deren Geschäft vollumfänglich weiter laufe, versichert die PrimaCom. Sofern es aber nicht gelinge, innerhalb von wenigen Tagen mit den Kreditgebern eine Rücknahme dieser Maßnahmen zu vereinbaren, werde der Vorstand verpflichtet sein, für die PrimaCom AG Insolvenz anzumelden.Auf die Medienversorgung werden wie in anderen vergleichbaren Fällen keine unmittelbaren Auswirkungen erwartet. Alle Vertragspartner bleiben selbst im Fall einer Insolvenz an bisherige Verträge und damit an die jeweils vereinbarten Leistungen gebunden. Die weitere Entwicklung ist völlig offen. So sind sowohl ein Eigentümerwechsel als auch die Beibehaltung der jetzigen Struktur möglich. Schon seit Monaten buhlt PrimaCom um neue Investoren. Allerdings gibt es erste personelle Änderungen. So wurde auf Druck der Eigentümer Sebastian Freitag, Managing Director der Investment Bank Freitag & Co. GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, interimistisch zum Chief Restructuring Officer (CRO) und Mitglied des Vorstandes der PrimaCom AG ernannt. Der bisherige Vorstandssprecher Michael Buhl ist seit dem 1. Juni 2010 ausgeschieden. Insgesamt weist die PrimaCom nach Medienberichten Verbindlichkeiten in Höhe von 340 Millionen Euro aus. Der Netzbetreiber versorgt rund eine Million Haushalte in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mit Fernsehen, Telefon und Internet. Haupteigner des Kabelnetzbetreibers ist die Beteiligungsgesellschaft Escaline. Sie hatte bis zum vergangenen Montag mit den Gläubigern, darunter eine Reihe von Hedgefonds, über eine Sanierung von PrimaCom verhandelt. Geplant war offenbar, dass Escaline neues Geld nachschieße und die Gläubiger gleichzeitig auf einen Teil ihrer Forderungen verzichteten. Eine Einigung ist aber gescheitert. Escaline war bis Jahresende 2009 auch Eigentümerin der Tele Columbus-Gruppe.

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