Nach dem Verkauf der Dresdner Woba haben sich die Brandenburger Medien mit der Frage beschäftigt, ob ein solcher Fall auch in Brandenburg denkbar wäre.
Den Verkauf einer kommunalen Wohnungsgesellschaft wird es in absehbarer Zeit in Brandenburg nicht geben, schätzte BBU-Vorstand Ludwig Burkardt in einem Interview mit der Lausitzer Rundschau ein. Den meisten Städten Brandenburgs fehle es – anders als Dresden – an der Wirtschaftskraft, die für Finanzinvestoren den Erwerb von Wohnungsbeständen attraktiv machen würde. Auch der Vorstand der kommunalen Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC), Dr. Torsten Kunze, hält den Besitzerwechsel von Wohnungsgesellschaften schrumpfender Städte für "völlig undenkbar".Tafelsilber könne man nur einmal verkaufen, warnte der Geschäftsführer des märkischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher, in der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Dresden gäbe mit dem Verkauf seines gesamten Wohnungsbestandes wichtige Steuerinstrumente etwas beim Stadtumbau aus der Hand. Zu den wenigen brandenburgischen Städten, deren Bestände für Finanzinvestoren interessant sein könnten, zählt Potsdam. Hier steht der Verkauf des kompletten städtischen Bestandes nicht zur Debatte, so die MAZ. Zwar habe die Stadt, räumte der Finanzbeigeordnete Burkhard Exner (SPD) ein, in der Vergangenheit durch den Verkauf von "Tafelsilber" bereits Etatlöcher geschlossen. So seien in den letzten zehn Jahren 125 Millionen Euro durch den Verkauf u.a. von Wohnungsbeständen und Unternehmensbeteiligungen eingenommen worden. "Aber das bleibt die Ausnahme", so Exner gegenüber der Zeitung.