Preisträgerin im März: Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V. (BBU)Ludwig Burkardt, Mitglied des VorstandesMinisterium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg (MIR)Rainer Bretschneider, StaatssekretärIM ÜBERBLICK Presseinformation: Qualitätssiegel "Gewohnt gut – Fit für die Zukunft" geht im März nach Eisenhüttenstadt Projekt "Wohnungsgemeinschaft Tunnelstraße" Das Qualitätssiegel "Gewohnt gut – Fit für die Zukunft"AUSGEZEICHNET BEHÜTET IM ALTER: "GEWOHNT GUT" IM MÄRZ AN EISENHÜTTENSTÄDTER WOHNUNGSBAUGENOSSENSCHAFT Staatssekretär Rainer Bretschneider vom MIR und BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt überreichten am 13. März das Qualitätssiegel "Gewohnt gut – Fit für die Zukunft" an die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft e.G. Ausgezeichnet wurde eine Wohngemeinschaft für überwiegend demenzkranke Senioren. "Durch den Umbau zu einer Wohngemeinschaft wurde ein ehemaliges Betriebsgebäude der Genossenschaft einer neuen Nutzung zugeführt. Hierdurch wurde Leerstand und Abriss verhindert", so BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt. Außerdem gebe die Wohnungsbaugenossenschaft mit ihrem Angebot eine zukunftsweisende Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels in der Oderstadt. "Ich gratuliere der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft herzlich zu dieser Auszeichnung", so Rainer Bretschneider, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg. "Mit dem Projekt stellt die Wohnungsbaugenossenschaft ihre Kreativität in Sachen Bestandsentwicklung eindrucksvoll unter Beweis. Das macht deutlich, dass es beim Stadtumbau Ost nicht nur um Abriss geht. Wo es sinnvoll ist, bietet auch die Umnutzung von Gebäuden eine wirkungsvolle Strategie gegen Leerstand." Verena Rühr-Bach, Vorstandsvorsitzende der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft e.G.: "Das Qualitätssiegel bestätigt uns darin, mit unseren Angeboten für altengerechtes Wohnen auf dem richtigen Weg zu sein. Wir freuen uns sehr darüber." Das Qualitätssiegel "Gewohnt gut – Fit für die Zukunft" wird monatlich vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) und dem Infrastrukturministerium an ein märkisches Wohnungsunternehmen vergeben. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Stadterneuerung und Stadtumbau umfassen mehr als den Abriss dauerhaft nicht mehr benötigter Wohnungen, sondern auch die Aufwertung bestehender innerstädtischer Wohnquartiere. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury aus Vertretern von Innenstadtforum Brandenburg, dem Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), BBU und Infrastrukturministerium. Infrastrukturminister Dellmann hat die Schirmherrschaft übernommen. DIE TUNNELSTRASSEN-WG: 24 STUNDEN SICHER UMSORGT In der Wohngemeinschaft für Ältere und vorwiegend Demenzkranke wird Sicherheit großgeschrieben. Mit Barrierefreiheit und der 24-stündigen Präsenz eines ambulanten Pflegedienstes können sich Bewohner und Angehörige rundum sicher versorgt fühlen. "Dieser Aspekt ist für uns sehr wichtig", so Verena Rühr-Bach, Vorstandsvorsitzende der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft e.G. Sie richtete die Wohnungsgemeinschaft 2006 ein. In einem ehemaligen zweigeschossigen Verwaltungs- und Schulungsgebäude wurden zwei Wohnungen mit jeweils acht bzw. neun Zimmern geschaffen. In jeder Wohneinheit bieten Küche und Wohnzimmer Raum für Begegnungen der Bewohner. Verena Rühr-Bach, Vorstandsvorsitzende der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft e.G.: "Weil es eine Wohngemeinschaft für Senioren und Demenzkranke ist, war die Treppe zwischen den beiden Stockwerken ein Problem. Der Einbau eines Aufzuges hätte den Umbau zu teuer gemacht. Deshalb haben wir uns für einen Treppenlift entschieden:" Der Umbau im Innern des Gebäudes wurde begleitet von einer Neugestaltung der Außenbereiche. Durch Gartenanlagen mit Bänken und Spazierwegen sowie dem Anbau eines Balkons sorgte die Wohnungsbaugenossenschaft dafür, dass die Bewohner der Tunnelstraße jederzeit sicher Frischluft genießen können. Rühr-Bach: "Gerade für Senioren ist Bewegung an der frischen Luft sehr wichtig. Dabei ging es uns bei der Gestaltung darum, dass die Bewohner sich bei ihren Spaziergängen und Aufenthalten im Freien jederzeit sicher fühlen. Sie wissen, dass immer jemand vom ambulanten Pflegedienst in Rufnähe ist, wenn sie sich auf dem Gelände bewegen." Während die Wohnungsbaugenossenschaft durch den Umbau die räumlichen Voraussetzungen für die Senioren-Wohngemeinschaft geschaffen hat, sorgt ein ambulanter Pflegedienst für die Rundumbetreuung. "Die Bewohner der WG schließen Einzelverträge mit dem Pflegedienst ab", erläutert Rühr-Bach. Außerdem hätten sich die WG-Bewohner bzw. deren gesetzliche Vertreter vertraglich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen. Diese diene dazu, das Miteinander in der Wohngemeinschaft zu gestalten und gemeinsame Interessen Dritten gegenüber zu vertreten. Rühr-Bach: "Die Gemeinschaft repräsentiert ein gemeinschaftliches Hausrecht und schützt die Verbraucherrechte ihrer Mitglieder." Grundlage dieser Organisation des Zusammenlebens sei der Leitfaden der ambulanten Betreuung der Brandenburger Alzheimer-Gesellschaft. Das Projekt hatte ein Investitionsvolumen von rund 360.000 Euro. "Das Geld stammt ausschließlich aus Eigenmitteln", so Rühr-Bach stolz. DAS QUALITÄTSSIEGEL "GEWOHNT GUT – FIT FÜR DIE ZUKUNFT"Stadterneuerung und Stadtumbau sind viel mehr als nur der Abriss dauerhaft nicht mehr benötigter Wohnungen, sondern auch die Aufwertung bestehender Wohnquartiere und die Anpassung der sozialen, kulturellen und Bildungsinfrastruktur an den demografischen Wandel. Durch gute Wohnbedingungen und Funktionsstärkung der Innenstädte wird dafür gesorgt, dass die Menschen gerne in ihren Heimatregionen und Wirtschaftsunternehmen am Standort verbleiben oder sich neu ansiedeln. Jeden Monat zeichnen Infrastrukturministerium und BBU ein Projekt aus, das diesen Zielen in besonderer Weise gerecht wird. Es erhält das Qualitätssiegel "Gewohnt gut – Fit für die Zukunft".Auszeichnung für beispielhafte ProjekteDas Qualitätssiegel geht an brandenburgische Wohnungsunternehmen, deren Wohnungsbestände in besonderem Maße dem demografischen Wandel und der Sicherung guten und bezahlbaren Wohnraums Rechnung tragen. Das gilt insbesondere für das Wohnen im Alter und bei Behinderung ebenso wie für familiengerechtes Wohnen oder den nachhaltigen Einsatz regenerativer Energien.Mit dem Qualitätssiegel sollen beispielhafte Projekte von Wohnungsunternehmen zur Aufwertung der brandenburgischen Innenstädte gewürdigt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beiträge zu einer nachhaltigen Stadterneuerung. Zudem werden Standards definiert. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten die Auszeichnung. Geprüft werden dabei beispielsweise der soziale Nutzen für die Mieter und für die Stadt sowie die Zukunftsfähigkeit der Projekte. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury aus Vertretern von Innenstadtforum Brandenburg, dem Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), Infrastrukturministerium und BBU. Infrastrukturminister Dellmann hat die Schirmherrschaft übernommen. Mit Aufwertungsmaßnahmen wie der Anpassung von Grundrissen, dem Einbau von Aufzügen oder der Entwicklung von wohnbegleitenden Dienstleistungen haben viele Wohnungsunternehmen schon frühzeitig auf die Herausforderungen der Bevölkerungsentwicklung im Land Brandenburg reagiert und attraktiven Wohnraum für Familien und ältere Menschen geschaffen.Erneuerung, Abriss und Aufwertung: Verschiedene Seiten einer MedailleIm Mittelpunkt der Stadterneuerung steht die Zukunftsfähigkeit der brandenburgischen Städte. Im Rahmen des Stadtumbaus werden der Abriss dauerhaft nicht mehr benötigten Wohnraums und Aufwertung der bestehenden Wohnungsbestände daher gleichzeitig vorangetrieben.Eigeninvestitionen und LandesförderungIm Rahmen des Stadtumbaus hat das Infrastrukturministerium den Abriss von rund 42.000 Wohnungen mit rund 270 Millionen Euro (Bund-/Ländermittel) gefördert. Die Leerstandsquote konnte so landesweit von 13,1 Prozent auf 11,5 Prozent abgesenkt werden. Die BBU-Mitgliedsunternehmen haben bislang knapp 37.000 Wohnungen abgerissen und sind damit die Hauptträger Stadtumbaus im Land Brandenburg. Zudem haben die brandenburgischen Wohnungsunternehmen seit 1991 mehr als 5,9 Milliarden Euro in die Modernisierung ihrer Wohnungsbestände investiert.Unterstützt werden diese Beiträge durch öffentliche Förderprogramme des Landes:Von 1991 bis 2006 hat das Land Brandenburg im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung 142.000 Wohnungen mit 5,1 Milliarden Euro gefördert. Davon waren 18.000 Wohnungen für selbstgenutztes Wohneigentum. 124.000 Mietwohnungen wurden modernisiert, teilweise alten- und behindertengerecht.Seit 2007 hat das Infrastrukturministerium die Wohnraumförderung neu ausgerichtet. Es erfolgt eine Konzentration auf die Innenstädte mit dem Schwerpunkt generationsgerechtes Wohnen. Hierfür wurden bisher für 2.000 Wohnungen 19,5 Millionen Euro bewilligt. Davon fließen rund 6,5 Millionen Euro in die Nachrüstung von Aufzügen.Ergänzt wird die soziale Wohnraumförderung durch die Programme der nationalen Städtebauförderung des Landes und Bundes sowie der Europäischen Union. Seit 1990 flossen in Brandenburger Städte rund 2,5 Milliarden Euro an Landes-, Bundes- und EU-Mitteln, einschließlich des Anteils der Kommunen sind dies rund 3,3 Milliarden.So trägt das Land dazu bei, dass Modernisierungsinvestitionen der Unternehmen in ihre Wohnungsbestände auch für sozial Schwache sowie für alle Altersgruppen und Lebenslagen bezahlbar bleiben.