PREMNITZ: ERSTES VOLLSTÄNDIGES GLASFASERORTSNETZ DER NEUEN LÄNDER

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Nur 15 Monaten nach dem Startschuss des Projektes und dem Planungsbeginn hat in Premnitz die RFT radio-television Brandenburg GmbH in Zusammenarbeit mit den ansässigen BBU-Mitgliedsunternehmen eines der modernsten Kommunikationsnetze errichtet. Am 17. April 2009 nahmen die stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Johanna Wanka, gemeinsam mit dem RFT-Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Tiemann, dem Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta und BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt das nach RFT-Angaben erste vollständige Glasfaserortsnetz der neuen Bundesländer in Betrieb. Tiemann betonte, dass die RFT das erste mittelständische Unternehmen in Deutschland sei, das ohne Stadtwerke-, Energieversorger- oder Finanzinvestorbeteiligung ein solches Netz realisiert habe. Die Bürger der Stadt seien nun technisch in der Lage, über 370 digitale und analoge Fernseh- und Radioprogramme über ihren Kabelanschluss zu empfangen. Darüber hinaus stünden den privaten und gewerblichen Nutzern ein kostengünstiger Telefonanschluss und eine schnelle Internetanbindung bis 100 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. "Hier ist einem mittelständischen Unternehmen gelungen, was in der politischen Diskussion oft nur den großen Telekommunikationsunternehmen und Kabelnetzbetreibern in Ballungszentren zugetraut wird: Der Aufbau eines modernen Glasfaser-Kommunikationsnetzes", lobte BBU-Vorstand Burkardt. Er hob insbesondere die gute Zusammenarbeit zwischen dem Netzbetreiber RFT und den beiden ortsansässigen Wohnungsunternehmen, der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft mbH und der Wohnungsbaugenossenschaft Premnitz eG., hervor. "Die Wohnungsunternehmen haben hier zukunftsweisend und wirtschaftlich gehandelt", so Burkardt. Mit dem neuen Netz seien auch die technischen Voraussetzungen für mehr Wohnkomfort und Service, zum Beispiel bei der Betreuung älterer Menschen, geschaffen worden. Besonders für die gewerbliche Wirtschaft schaffe das Netz Zukunftschancen. Burkardt bescheinigte der Stadt, den Wohnungsunternehmen und vor allem der RFT Weitsicht und Mut, ein solches Projekt in Premnitz realisiert zu haben.Das Netz in Premnitz ist per Glasfaser bzw. Lichtwellenleiter (LWL) unmittelbar an die RFT-Kopfstelle in Brandenburg an der Havel angebunden. Ein Lichtwellenleiter versorgt den Standort Premnitz mit TV-Signalen, ein zweiter realisiert ausschließlich den Datenverkehr. Die Glasfaserleitungen sind in einem Schutzrohr verlegt, sodass im Bedarfsfall eine Nachverlegung ohne teure Tiefbaumaßnahmen erfolgen kann. Insgesamt sind rund 3.800 Wohnungen sowie mehrere Gewerbebauten angeschlossen. Bei Wohngebäuden wurde im Regelfall das Konzept "Fiber to the Buildung" (FTTB) angewandt. Das bedeutet, dass die Glasfaser nur bis zu den Wohngebäuden reicht und das Signal in den Gebäuden über das Koaxialkabel – also das klassische TV-Antennenkabel – weitergeführt wird. Bei Gewerbebauten wurde die Glasfaser hingegen bis zu den einzelnen Räumen – also Betriebsstätten bzw. Büros – verlegt. Übertragen auf Wohngebäude wird dieses Konzept "Fiber to the Housing" (FTTH) genannt und bezeichnet die direkte, aber vergleichsweise teurere Glasfaser-Anbindung von Räumen bzw. Wohnungen innerhalb eines Gebäudes.