Auf der Grundlage eines am 8. Februar geschlossenen neuen, erweiterten Verbreitungsvertrages mit dem Fußball-Bundesliga-Sender arena, einem Unternehmen der Unity Media Gruppe, kann der Pay-TV-Sender Premiere das arena-Programm ab sofort wieder in ganz Deutschland über Satellit verbreiten und vermarkten. Über Kabel bietet Premiere nunmehr in 14 Bundesländern Bundesliga live auf arena weiteren 2,2 Millionen Kunden kleinerer Kabelbetreiber (Netzebene 4) direkt an. Nur in Hessen und Nordrhein-Westfalen bleibe dies weiterhin der Unity Media-Gruppe (ish, iesy, Tele Columbus) vorbehalten.
Mit dem neuen Vertrag hat Premiere auch die nationalen arena-Vermarktungsrechte für Sportsbars – über Kabel und Satellit – und ein langfristiges, nicht-exklusives Lizenzrecht an der Marke arena zur Präsentation und Vermarktung von Bundesliga live erworben. Premiere gibt an arena gegen die geleistete Sacheinlage aus Verbreitungs-, Vermarktungs- und Markenlizenzen 16,4 Millionen neue Aktien aus dem genehmigten Kapital aus. Die Aktien würden nach Mitteilung von Premiere und Unity Media von einem unabhängigen Finanzinstitut weisungsfrei verwaltet. Das Finanzinstitut habe sich in Bezug auf das Premiere Aktienpaket zu einer Halte-Periode (Lock-up) von sechs Monaten verpflichtet. Die Vereinbarung mit dem Finanzinstitut dient dazu, eine Nicht-Einflussnahme von arena auf die Unternehmenspolitik von Premiere zu dokumentieren und so etwaige kartellrechtliche Probleme zu vermeiden. Das Vorhaben sei nicht angemeldet, würde der Kartellbehörde jedoch vorgestellt, teilte Premiere mit. Faktisch wird Unity Media damit größter Einzelanteilseigner bei Premiere.Der neue Vertrag zwischen arena und Premiere umfasst auch einen Dienstleistungsauftrag für Premiere. Künftig wird Premiere im Auftrag von arena den technischen Betrieb, Service und Administration der arena Satelliten-Plattform betreuen. Premiere erhält für die erbrachten Dienstleistungen eine Umsatzbeteiligung.Premiere hat sich den Angaben zufolge das Verbreitungs- und Vermarktungsrecht am Sender arena und seinen Programminhalten langfristig gesichert. Der Satelliten-Distributionsvertrag mit arena hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Noch länger gelten die erworbenen Marken-Lizenzen: Premiere kann die Marke arena zur Präsentation und Vermarktung von Bundesliga live-Angeboten bis Ende 2026 nutzen. Die Markenrechte an arena hält Premiere auf nicht-exklusiver Basis.Die neue Vereinbarung hat direkte Auswirkungen auf das gemeinsame Angebot über Satellit von arena und Eutelsat für unabhängige Kabelnetzbetreiber mit eigenen Satellitenkopfstationen und damit auch für Wohnungsunternehmen. Bislang galt ein Vertrag mit der Programmplattform "Kabelkiosk" des Satellitenbetreibers "Eutelsat" als einzige legale Möglichkeit, Bundesligafußball live bis in die Wohnungen über Satellitengemeinschaftsanlagen zu übertragen. Dies dürfte nach einer vorläufigen Einschätzung künftig nur noch für die Länder Hessen und Nordrhein-Westfalen gelten. In allen anderen Bundesländern hat Premiere bereits begonnen, arena per Kabel und Satellit anzubieten und parallel zu den Angeboten der Netzbetreiber arena-Abonnements freizuschalten. Damit dürften Endkunden bzw. Mieter in vielen unabhängigen Netzen der meisten Regionen künftig wohl zwischen zwei Bundesliga live-Abonnements wählen können.Tatsächlich praktiziert dies Premiere jedoch schon seit einigen Monaten und schaltet unter bestimmten Voraussetzungen mit Duldung von arena auch Betreiber von Satellitenkopfstationen für das arena-Programm frei. Dem Satellitenbetreiber Eutelsat, der sich dadurch in den von ihm erworbenen Rechten beeinträchtigt sieht, ist es seither nicht gelungen, dies durch Verhandlungen zu verhindern oder mit juristischen Maßnahmen zu unterbinden. Nunmehr scheint die bisherige Praxis von Premiere endgültig legalisiert.