PREMIERE SETZT VERMARKTUNG DES FUSSBALL-SENDERS ARENA ÜBER SATELLIT AUS

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Der Abo-Sender Premiere bringt den TV-Markt mit zwei fast zeitgleichen Entscheidungen erneut in Bewegung: Nach einer aktuellen Mitteilung vom 19.April hat die Premiere AG nach Gesprächen mit dem Bundeskartellamt entschieden, die Vermarktung des Bundesliga-Senders arena über Satellit bis auf weiteres auszusetzen. Hintergrund sei die laufende Überprüfung des umfassenden Vertrages zwischen Unity Media, arena (einer Tochter der Unity Media) und Premiere vom 8. Februar 2007, der Premiere unter anderem die nicht-exklusiven Satelliten-Vermarktungsrechte an arena einräumte und im Gegenzug arena über eine Kapitalerhöhung 16,7 Prozent der Premiere-Anteile überließ (der BBU berichtete. Nicht von der Einstellung der Vermarktung betroffen seien bestehende Kundenverhältnisse mit Satellitenempfang sowie die Vermarktung im Kabel. Nach Mitteilung von Premiere wollen die beteiligten Unternehmen die bislang von keiner Seite im Detail kommunizierten Bedenken des Kartellamtes schnell ausräumen. Spätestens bis zum 31. Mai wollen Premiere und arena ein kartellrechtlich unbedenkliches Modell entwickeln. Am Tag zuvor hatte Premiere eine Vereinbarung mit dem Satellitenbetreiber SES ASTRA verkündet, nach der das komplette Premiere-Programm ab dem 1. September 2007 auch über entavio, die neue digitale Satellitenplattform von SES Astra, verbreitet werden soll. Alle entavio-tauglichen Receiver würden in der Lage sein, Premiere-Programme zu empfangen und zu entschlüsseln, hieß es. Umgekehrt sollen Premiere-geeignete Receiver geeignet sein, auch andere über entavio verbreiteten Programme empfangen zu können. Wie mehrfach berichtet, hatte ASTRA auf Wunsch der privaten TV-Sender RTL und ProSiebenSat.1 die Vorbereitung für eine neue digitale Plattform über Satellit (aktueller Name: entavio) vorbereitet, über die grundsätzlich eine verschlüsselte digitale TV-Übertragung erfolgen soll. Ziel ist die Erschließung neuer Erlöspotenziale über weitere Pay-TV-Programme. Die ursprünglich ebenfalls vorgesehene Verschlüsselung der privaten Free-TV-Programme wird auch aufgrund eines kartellrechtlich motivierten Rückzuges der ProSiebenSat.1-Gruppe von der entavio-Plattform vorerst nicht realisiert. Gleichwohl hält die RTL-Gruppe weiterhin grundsätzlich an diesen Verschlüsselungsplänen fest. Auch ProSiebenSat.1 schließt für die Zukunft eine Verschlüsselung seiner Free-TV-Programme nicht aus, will jedoch derzeit diesbezüglich nicht aktiv werden.