Vor wenigen Minuten ging auf den BBU-Tagen in Bad Saarow die Preisverleihung des BBU-Wettbewerbs 2006 "Leben, Wohnen, Arbeiten: Beiträge der Wohnungsunternehmen zur Zukunft der Städte" in der Kategorie Gesellschaften zu Ende. Die Preisträger des vom Hammonia Verlag gesponserten Wettbewerbs kommen aus Finsterwalde, Lübbenau, Berlin und Eberswalde.
Wie sieht das ideale Wohngebiet aus? Brötchen und Zeitungen gibt’s um die Ecke, Geschäfte vom Lieblingscafé bis zur Postfiliale, vom Frisör bis zur Reinigung sind zu Fuß zu erreichen. Die Kinder haben es nicht weit bis zur Schule, die Oma nicht weit bis zum Kaffeekränzchen im Seniorenclub, und im Notfall ist man schnell beim Arzt: Für lebenswerte Quartiere braucht es weit mehr, als "nur" bezahlbaren Wohnraum. Erst die Summe einer Vielzahl von Faktoren macht aus einer Ansammlung von Wohnungen einen Wohn- und Lebensraum, in dem Menschen jeden Alters gut und gerne leben.In Zeiten von Bevölkerungsschwund, demografischem Wandel und anhaltender Abwanderung gen Westen oder ins Häuschen im Grünen ist Leben in der (Innen-) Stadt – vor allem nach Geschäftsschluss – keine Selbstverständlichkeit mehr. Angesichts leerer öffentlicher Kassen geht die Verantwortung für die Stadtentwicklung zunehmend auf andere Akteure vor Ort über, auf soziale, kulturelle und Bildungsträger ebenso wie auf Gewerbetreibende und Vermieter. Wollen sie auch in Zukunft Abnehmer für ihre Leistungen finden, stellt sich ihnen allen die Frage: Was können wir tun, um die Stadt, den Kiez als attraktiven Lebensraum zu stärken? Wie können die Kunden von morgen in der Stadt gehalten und neue angezogen werden?Dass immer mehr Wohnungsunternehmen Antworten auf diese Fragen suchen und finden, beweist der BBU-Wettbewerb 2006 "Leben, Wohnen, Arbeiten: Beiträge der Wohnungsunternehmen zur Zukunft der Städte". Ihn hatte der BBU ausgeschrieben, um die besten Projekte, Kooperationen und Initiativen rund um das Thema Wohnen in der (Innen-) Stadt zu sammeln und als Best-Practice-Beispiele zur Nachahmung zu empfehlen.Angesichts der aktuellen Diskussionen um die Verkäufe von Wohnungsbeständen habe er sich ganz besonders gefreut, der Jury dieses Wettbewerbs vorstehen zu dürfen, leitete Prof. Fritz Schmoll genannt Eisenwerth von der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin seine Laudatio ein. Es sei an der Zeit, intensiver darüber nachzudenken, dass Wohnungsunternehmen mehr seien als ein Asset, das ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Renditesteigerung gemanagt werden kann. "Der Wettbewerb zeigt, welchen Beitrag engagierte Wohnungsbaugesellschaften über die reine Wohnungsversorgung hinaus für die Städte und ihr Gemeinwesen leisten können." so Schmoll.Er würdigte die Vielfalt der Aktivitäten, mit denen sich die Wohnungsunternehmen für die Zukunftsfähigkeit der Städte einsetzen. "Stadtrendite heißt das zentrale Stichwort", so Schmoll. "Über den Tellerrand des eigenen Kerngeschäftes hinausschauen und etwas tun, das die Stadt als Ganzes voranbringt, sie als attraktiven Lebensraum stärkt, damit auch morgen noch Menschen gerne in ihr wohnen."Mit ihren Projekten übernähmen die Unternehmen Verantwortung für die Zukunft der Städte, so Schmoll und bewirkten einen dauerhaften Zuwachs an Bewohnern, Einzelhandel und Gewerbe, Besuchern und nicht zuletzt an Arbeitsplätzen.Der BBU gratuliert den Preisträgern der Wettbewerbskategorie "Gesellschaften" ganz herzlich!1. Preis: Wohnungsgesellschaft der Stadt Finsterwalde mbH2. Preis: WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH Lübbenau3. Preise: Wohntheke e.V. Berlin WHG Wohnungs- und Hausverwaltungs GmbH Eberswalde 1. Preis der Kategorie Gesellschaften: Wohnungsgesellschaft der Stadt Finsterwalde mbHDie Wohnungsgesellschaft der Stadt Finsterwalde mbH engagiert sich in vorbildlicher Weise für die Entwicklung der Finsterwalder Innenstadt: In einem anspruchsvollen Bauprojekt hat sie eine innerstädtische Brachfläche durch die kleinteilige Bebauung mit 16 Wohngebäuden geschlossen. Unter Inkaufnahme eines nicht unerheblichen unternehmerischen Risikos hat die Gesellschaft durch dieses Projekt den städtebaulichen Zustand und das Gesicht der Innenstadt deutlich aufgewertet. In ökologisch nachhaltiger Bauweise sind 75 Wohnungen entstanden, die auch familiengerechtes und generationenübergreifendes Wohnen ermöglichen. Besonders lobend hebt die Jury dabei die aufwendige Sanierung von drei Denkmälern hervor, die einer neuen Nutzung als Wohn- und Geschäftsräume zugeführt werden konnten. Flankiert durch ansprechend gestaltete Kommunikationsräume, Spielplätze und einen Bürgertreff ist ein neues, innerstädtisches Quartier mit einer positiven Ausstrahlungskraft auf die gesamte Innenstadt entstanden. Wettbewerbspräsentation der WGF (0,2 MB) 2. Preis der Kategorie Gesellschaften: WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH LübbenauErklärtes Ziel der WIS ist es, dass möglichst viele ihrer Mieter in Wohnungen, Häusern und Quartieren leben können, die genau ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen. Vom seniorenfreundlichen, Studenten- oder Generationenwohnen bis zum Wohnen im Reihen- oder, ökologisch ausgerichtet, im Niedrigenergiehaus – die WIS entwickelt ihre Quartiere so, dass es für jede Zielgruppen besondere Gründe gibt, dort zu wohnen und wohnen zu bleiben. Dabei geht es der Gesellschaft um mehr als eine gute Bausubstanz: Es geht um die Identifikation mit der Stadt, um das Sichwohl- und Sicherfühlen, um intakte Nachbarschaften, ein durch umfangreiche Service-Angebote bequemes Leben und um Hilfe bei der Lösung von Problemen des Alltags. Für dieses aus diversen, innovativen und komplexen Einzelbestandteilen bestehende "Gesamtkonzept Wohlfühlklima" erhält die WIS den zweiten Preis in der Kategorie Gesellschaften. Wettbewerbspräsentation der WIS (0,3 MB) 3. Preis der Kategorie Gesellschaften: Wohntheke e.V. Berlin Gerade eine eher peripher gelegene Großsiedlung wie Berlin-Hellersdorf braucht aktive Eigentümer und Partner, die das Leben, Wohnen und Arbeiten unterstützen und fördern. Die Wohntheke ist ein aus einem Expo-Projekt hervorgegangener Verein fünf ortsansässiger Immobilienunternehmen, die sich zusammengetan haben, um den Bezirk mit gebündelten Kräften voranzubringen, sein Image durch gemeinsames Marketing zu verbessern und Angebote zu entwickeln, die nicht nur den Bewohnern das Wohnen und Arbeiten in Hellersdorf versüßen, sondern auch neue Kundengruppen aller Altersklassen in den Bezirk ziehen. Die Jury beeindruckt an dieser Initiative vor allem die vorbildliche Vernetzung konkurrierender Akteure im Interesse der gemeinsamen Ziele. So entwickelt die Wohntheke beispielsweise Angebote in den Bereichen Wohnen, Bildung, Jugend, Gewerbe, Senioren, Arbeiten und Umwelt und ist damit in vielen wichtigen Themenfeldern rund um das Leben – Wohnen - Arbeiten aktiv. Nicht zuletzt, weil es sich hierbei um ein auch für die Innenstädte Brandenburgs tragfähiges, beispielhaftes Konzept zur Kooperation der vor Ort präsenten Akteure handelt, zeichnet die Jury die Wohntheke mit einem dritten Preis aus. Wettbewerbspräsentation der Wohntheke e.V. 3. Preis der Kategorie Gesellschaften: WHG Wohnungs- und Hausverwaltungs GmbH EberswaldeDer Umgang mit Denkmälern ist für die Eigentümer nicht immer einfach: Einerseits haben historische Bauten in der Innenstadt häufig eine das Stadtbild prägende Funktion, die erhalten werden muss, andererseits müssen sie, um sich mit Leben füllen zu können, vorsichtig an moderne Wohn- und Gewerbebedürfnisse angepasst werden. Der WHG Wohnungs- und Hausverwaltungs GmbH Eberswalde ist dieser Spagat gelungen: Mit der vorbildlichen Sanierung des "Hauses am Stein" und des "Medienhauses" ist sie dem Problem überschüssigen Wohnraums durch die Umnutzung zu Gewerberäumen begegnet und hat durch die Ansiedlung neuer Dienstleister die Attraktivität der Innenstadt klar erhöht. Ausgehend von einer nicht einfachen Ausgangssituation hat dieses Projekt eine positive Ausstrahlung auf die benachbarten Teile der Innenstadt entwickelt und wird deshalb von der Jury mit einem dritten Preis gewürdigt. Wettbewerbspräsentation der WHG (1,3 MB)
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14EE2_Platz1_WGFinsterwalde
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14EEA_Platz2_WIS_Luebbenau
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14EF2_Platz3_Wohntheke
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14EFA_Platz3_WHGEberswalde
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