Potsdam bringt den kommunalen Wärmeplan am 6. Mai in die Stadtverordnetenversammlung ein. Der Plan dient als informelles strategisches Instrument und zeigt auf, wie die Wärmeversorgung im Stadtgebiet schrittweise klimaneutral umgebaut werden kann. Er wird künftig alle fünf Jahre fortgeschrieben. Grundlage für die Erstellung des kommunalen Wärmeplans sind das Wärmeplanungsgesetz des Bundes sowie die Brandenburgische Wärmeplanungsverordnung. Danach ist die Stadt verpflichtet, bis zum 30. Juni 2026 eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen.
Für die zukünftige Wärmeversorgung identifiziert der Plan mehrere lokale Potenziale. Insbesondere Geothermie, Umgebungsluft und Fließgewässer bieten gute Voraussetzungen für die Einspeisung in Wärmenetze. Für Einzelgebäude außerhalb von Netzen stellt die Nutzung der Umgebungsluft die wichtigste Option dar, gefolgt von Erdwärmesonden. Eine vollständig erneuerbare Wärmeversorgung bis 2045 ist technisch möglich, erfordert jedoch erhebliche gemeinsame Anstrengungen.
Beim Ausbau der Wärmenetze setzt die Stadt Prioritäten in Altbaugebieten, darunter im Zentrum Babelsbergs beidseits der Bahnschienen, in der Brandenburger Vorstadt sowie in Teilen der Teltower und Nauener Vorstadt. Parallel dazu ist ein bedarfsgerechter Ausbau der Stromnetze notwendig. Insgesamt umfasst der Wärmeplan vier strategische Handlungsfelder mit 15 Maßnahmen: Infrastruktur und Netzausbau, Steuerung und Governance, Finanzierung und Förderung sowie Kommunikation und Beteiligung.