Der Senat hat auf seiner Sitzung am 28. April zehn Leitlinien für die weitere Erschließung des Berliner Südostens beschlossen. "Ein weltoffener, wirtschaftlich starker und landschaftlich reizvoller Entwicklungskorridor soll zwischen dem Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) und der Innenstadt entstehen", so der Grundsatz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
Mit den Leitlinien seien die Rahmenbedingungen der weiteren Entwicklung des Gebietes zwischen BBI und den innerstädtischen Zentren geschaffen, so die Senatsverwaltung weiter. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer: "Der BBI wird das neue Tor der Hauptstadtregion zur Welt und der Südostraum zum Ort des ersten Kontakts mit der deutschen Hauptstadt. Berlins Südosten erhält damit einen großen Bedeutungszuwachs. Durch den Ausbau des Flughafens können neue wirtschaftliche Perspektiven und Chancen für die Stadtentwicklung genutzt werden. Die landschaftlichen Qualitäten und die städtischen Siedlungsräume werden besser mit dem Spreeraum, den Kanalufern sowie den Parks und Wäldern vernetzt. Das Planwerk Südostraum schreibt diese Ziele fest und bildet damit den festen Rahmen für die Gestaltung des Entwicklungskorridors zwischen BBI und den innerstädtischen Zentren."Gemeinsam mit den beteiligten Bezirken wurden folgende Leitlinien vereinbart: Der BBI wird die "Visitenkarte der Stadt" und muss sich daher in einer besonderen städtebaulichen Qualität präsentieren. Die Entwicklungsachse zwischen dem BBI und der Berliner Innenstadt qualifiziert bestehende Standorte weiter und schafft Anreize für Investitionen. Diese Standorte für Produktion, Dienstleistung, Forschung und Wissenschaft sollen weiterentwickelt werden. Die Spree ist das prägende naturräumliche Gerüst des Südostraums. Ziel ist es, die vielfältigen Lagen und Nutzungsmöglichkeiten an der Spree zu fördern und besser zur Geltung zu bringen. Unter anderem sollen die Ufer für Fußgänger und Radfahrer erreichbar und durchgängig erlebbar werden. Die städtischen Quartiere im Berliner Südosten sollen gestärkt werden. Es wird eine intensivere Vernetzung stattfinden, welche die teilungsbedingten Brüche mindert. "Neukölln am Wasser" beschreibt das Ziel, die Neuköllner Quartiere deutlicher mit dem Natur- und Erholungsraum an der Spree zu verbinden. Beabsichtigt wird zudem, die Ufer am Landwehrkanal, am Neuköllner Schifffahrtskanal und am Teltowkanal besser zugänglich zu machen. Zur naturräumlichen Qualifizierung Neuköllns zählt auch die Entwicklung des Tempelhofer Feldes zu einer Parklandschaft. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung des Berliner Südostens als Ort für Erholung, Sport und Entspannung. Die bestehenden vielfältigen Angebote sollen besser und Potenziale wie das Gelände des ehemaligen Spreeparks für neue Angebote genutzt werden. Der Berliner Südosten ist reich an Wasserlagen. Neben der Spree sollen die Uferbereiche der vielen weiteren Flüsse und Kanäle so ausgebaut werden, dass sie noch attraktiver für Spaziergänge und Fahrradtouren werden. Landschaftliche Qualitäten sind Standortvorteile, die es zu nutzen gilt. Dabei sollen die großen Parks und innerstädtischen Waldflächen integriert und die Zugänglichkeit aus den Siedlungsgebieten verbessert werden. Das Umfeld des BBI soll im Rahmen des Masterplans Gateway BBI entwickelt werden, den das Land Berlin gemeinsam mit Schönefeld und der Flughafengesellschaft erarbeitet hat. In diesem Zusammenhang soll die Stadt-Umland-Zusammenarbeit weiter an Gewicht zunehmen. Stadtentwicklung braucht privates Engagement. Deshalb soll besonderer Wert auf die fruchtbare Kooperation zwischen allen Beteiligten gelegt werden. Flankiert werden diese Anstrengungen durch Programme wie das Quartiersmanagement oder die "Aktiven Zentren"."Das Planwerk Südost ist vielversprechend. Wir hoffen aber, dass der Senat es nicht nur bei der Formulierung von Leitlinien belässt, sondern sich auch aktiv in deren Umsetzung einbringt", so BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt.