Berlin muss nach Ansicht von CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger im Laufe der Legislaturperiode bis 2011 "einen großen Teil der öffentlichen Wohnungen" verkaufen. Angesichts der finanziellen Lage der Stadt werde kein Weg daran vorbeiführen, sagte Pflüger. Widerspruch kam von der Linkspartei.
Linkspartei.PDS-Landeschef Klaus Lederer bezeichnete Pflügers Vorstoß als "alten Wein in neuen Schläuchen". Es zeige sich wieder einmal, dass die Opposition "keine Idee" habe, wie mit den Hauhaltsproblemen Berlins umzugehen sei, so Lederer. Nach Pflügers Auffassung rechtfertige u.a. der hohe Leerstand von rund 100.000 Wohnungen einen solchen Schritt. Wenn der Verkauf "sozial verträglich geregelt und der Mieterschutz garantiert" werde, sei gegen eine "maßvolle Veräußerung an seriöse Unternehmen" nichts einzuwenden. Nach Ansicht von Lederer hingegen würde mit dem Verkauf ein Instrument der sozialen Stadtplanung aus der Hand gegeben. Außerdem kämen auf die Stadt in späteren Jahren hohe Folgekosten zu, beispielsweise durch Wohngeldzahlungen und Stadtentwicklungsaufwendungen. Lederer fügte hinzu: "Die Wohnungen kauft nicht die Heilsarmee."