Im Pilotprojekt „Gassenhof mit Witz“ entstehen 2017 im Taubners Gässchen sechs barrierefreie Wohnungen vom Wohnstyle „Life“. Die Grundrisse zeichnen sich aus durch: lichtdurchflutete Räume, ebenerdigen Duschbädern im modernen Design und vielen Abstellmöglichkeiten für Gehhilfen und Rollatoren. Auch der Zugang zu den Balkonen und Terrassen ist stufenlos möglich durch doppelflügelige, bodentiefe Fensterelemente. Die barrierefreie Erreichbarkeit der Wohnung wird durch die Umgestaltung der Hoffläche mit Geländemodelierung und dem Anbau einer Rampe ermöglicht. Das ist nicht nur bequem, sondern spart auch die Betriebskosten für einen Aufzug. Diese können dann sinnvollerweise für Entlastungleistungen genutzt werden.
Life heißt Leben – bis ins hohe Alter soll die Eigenständigkeit im gewohnten Tagesablauf erhalten bleiben, so der Wunsch der Projektpartner WBC und AWO. Das Schusterjungenviertel im Zentrum von Calau mit seinen kurzen Wegen zu Dienstleistern, Friseuren, einer Apotheke und Physiotherapien bietet sich hierfür geradezu an. Hinzu kommen die Service- und Beratungsangebote des AWO Büro „Calauer Mitte“, der Info-Punkt, die DRK Tagespflege, sowie Kulturveranstaltungen von Konzerten bis hin zu Kinoveranstaltungen, Frischemärkten, Stadtfesten und Tagesfahrten. Jung und Alt leben hier zusammen, können sich im Alltag begegnen und gegenseitig unterstützen.
Die Hofgestaltung wird in der Stadt der Kalauer mit einem Augenzwinkern geplant. Die alten Wegebeziehungen der früheren Gasse werden in Form von pflegeleichten Hecken nachgezeichnet. Zudem sind ein Abstellhaus für Kinderwagen, Elektroräder und Rollatoren, ein Wäscheplatz, ein Spielplatz sowie ein neuer verschließbarer Müllplatz geplant. Das Highlight entsteht aber mitten im Hof - ein Lachplatz. Die ersten Ideen liegen bereits auf dem Tisch: Lachsitze, lustige Figuren für Selfies oder eine Lachwand, auf die Kalauer geschrieben werden können, sind nur einige davon. Die Ideensuche ist aber noch nicht abgeschlossen. Der Calauer Kunstmaler Henry Krzysch wird sich über ein externes Kinder-Kunstprojekt außerdem bei der Gestaltung des Lachplatzes und der Rampenrückwand mit einbringen. Die Planungsarbeiten sind in vollem Gange und werden von hiesigen Büros ausgeführt, die Bauarbeiten starten im Frühjahr 2017.
Nach den ersten Kostenschätzungen beläuft sich die Gesamtinvestition auf 1,1 Millionen Euro, wovon 30 Prozent aus Eigenmitteln finanziert werden. Dabei sind die Bodenverhältnisse schlecht und erfordern Mehrleistungen, welche bereits einkalkuliert wurden. Das externe Kinder-Kunstprojekt unter Leitung des Kunstmalers wird über eine Bundesförderung weitestgehend finanziert und soll auch andere Öffentlichkeitsbereiche von Calau einbinden.
Für die schon bestehenden 120 barrierearmen Wohnungen in den Beständen der WBC und die im Jahr 2017 geplanten barrierefreien Wohnungen wird künftig ein Grundservice angeboten. Häufig werden lediglich kleine Hilfen oder Unterstützungen im Haushalt benötigt. Über das Grundservicepaket werden die Mieterinnen und Mietern auf Wunsch entsprechend ihrer Lebenssituation von professionellen Fachkräften der AWO beraten und bei der Vermittlung notwendiger Dienste unterstützt. Das kann zum Beispiel die Vermittlung eines Fahrdienstes zur Arztpraxis oder einer Begleitung beim Einkaufen sein. Auf Wunsch wird aber auch regelmäßig Kontakt mit den Mieterinnen und Mietern aufgenommen. Vor allem für alleinlebende Menschen dient das dem Gefühl in Sicherheit zu sein. Zusätzlich zum Grundservicepaket können dann bei Bedarf weitere Wahlleistungen in Anspruch genommen werden.
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