Deutschlands Wasserwirtschaft ist wenig produktiv, weil der Wettbewerb vermieden wird. Die Ineffizienzen der Unternehmen gehen zu Lasten der Bürger. Dabei ist es möglich, durch Anreize die hohen Gebühren zu senken und zu bundesweit weitgehend einheitlichen Gebühren zu kommen. Das sind Ergebnisse einer neuen Studie des WIK-Instituts (Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH), die der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) am 23. Mai 2007 im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin präsentierte.
Die WIK-Studie stellte fest, dass in der deutschen Wasserwirtschaft deutliche Ineffizienzen bestünden. Wettbewerb sei das zentrale Mittel, um Unternehmen in Netzwerkindustrien zu produktiverem Wirtschaften anzuhalten. Der BDE sehe sich durch das WIK-Gutachten in seiner Kernforderung nach Wettbewerb in der Wasserwirtschaft bestätigt. "Wir müssen dahin kommen, dass die beste Leistung zu den günstigsten Preisen für die Auftragsvergabe bestimmend ist", sagte Dr. Stephan Harmening, der Hauptgeschäftsführer des Verbands. Bisher allerdings werde der Wettbewerb durch ausschreibungsfreie Vergabe ganz ausgeschlossen oder verzerrt. Der BDE unterstrich, dass die deutschen Abwassergebühren die höchsten in Europa seien. Selbst in Holland und Österreich, wo vergleichbare Standards gelten, liegen sie deutlich niedriger.