Vorteil Typenbau
Die Vorteile des Typenbaus liegen auf der Hand: Standardisierung und Typisierung von Ent-wurfselementen und Bauteilen können Planungs- und Bauzeiten verkürzen, die Produktion hoher Stückzahlen kann die Herstellungskosten reduzieren. Typenbauten sind Bauwerke, die nach dem gleichen Entwurf mehrfach in gleicher Weise errichtet werden. Eine Typisierung bietet sich für verschiedene Bauwerksarten an. Dazu zählen technische Bauwerke, aber auch Gebäude wie zum Beispiel Schulen, Kindergarten oder Turnhallen. Eine wichtige Rolle spielt der Typenbau im Wohnungsbau. Dort war er immer dann gefragt, wenn in kurzer Zeit für sehr viele Menschen Wohnraum zur Verfügung gestellt werden musste.
Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM intensiv mit der Neugestaltung, Weiterentwicklung und Nachverdichtung der Stadt mit den Mitteln des Typenbaus und haben dafür Studien und Wettbewerbe für neue Wohnungsbautypen in Auftrag gegeben. Diese „Neuen Typen“ sollen den Anforderungen heutiger und künftiger Bewohner gerecht werden und bei Nutzung angemessener Mittel zugleich auf die Vorgaben der Wohnraumförderung abgestimmt sein. Sie wurden für unterschiedliche städtebauliche Anforderungen konzipiert.
In Anerkennung der großen Vorbilder im Berliner Typenbau - z.B. den UNESCO-Weltkulturerbe-Siedlungen von Taut oder Scharoun – sowie in Kenntnis der Defizite des Massenwohnungsbaus der 1960er und 1970er Jahre stellen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften die Themen Urbanität und Nachhaltigkeit in das Zentrum ihrer Überlegungen zum Typenbau. Lebenszykluskosten, die langfristige Qualität der Gebäude, ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sowie Prozessoptimierung und Wirtschaftlichkeit sind weitere prägende Themen. Bei der Entwicklung der „Neuen Typen“ konzentrieren sich die Wohnungsbaugesellschaften derzeit auf flexible Bausteine zur Einfügung in bestehende Block- oder Zeilenstrukturen, Punkthäuser, die in unterschiedlichen Stadträumen eingesetzt werden können, Hochhäuser, die gerade in Ergänzung größerer Strukturen Impulse setzen können, sowie Dachaufbauten, die auf bestehende Gebäude aufgesetzt werden.
Unterschiedliche Wege
Die Überlegungen für die Typenuntersuchungen der Wohnungsbaugesellschaften zeigen zwei grundsätzlich unterschiedliche Wege für neue Typenbauten und für das serielle Bauen: Einerseits werden Typen vorgeschlagen, die auf modularen Grundrissanordnungen basieren, dabei aber unabhängig von der Konstruktion gedacht sind oder bewusst auf konventionelle Methoden zurückgreifen. Andererseits werden auf neuen Systemen basierende Häuser mit hohem Vorfertigungsgrad, Hybridtechnologien oder mit Modulanteil vorgeschlagen. Sie stellen neue Anforderungen an die am Planungs- und Bauprozess Beteiligten und bedingen veränderte Planungs- und Arbeitsprozesse im Wohnungsbau.
Umsetzung
Neben dem Anstoß eines breiten Diskurses über den Typenbau, der mit dem November-Symposium fortgesetzt wird, arbeiten die Wohnungsbaugesellschaften aktiv an der Umsetzung der Wettbewerbs- und Studienergebnisse insbesondere von Hochhäusern und Dachaufstockungen. In den nächsten Jahren sollen in unterschiedlichen städtebaulichen Situationen, an verschiedenen Orten im Stadtraum Berlin Punkthochhäuser situationsbezogen umgesetzt werden. Dachaufstockungen mit flexiblen Grundrissen lassen gemeinsam mit den bestehenden Gebäudeteilen Architekturen für identitätsstiftende Stadträume entstehen.
Die Publikation zum Download finden Sie im Anhang.
Foto: Typenbau, Copyright: HOWOGE Pritzkuleit
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