NEUE LÄNDER: ZAHL DER PRIVATINSOLVENZEN IM ERSTEN HALBJAHR UM 47 PROZENT GESTIEGEN

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Im ersten Halbjahr 2006 reduzierte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland deutlich um 12,8 Prozent auf 16.700 betroffene Firmen (Vorjahr: 19.150). Die Insolvenzen von Verbrauchern stiegen dagegen weiter stark an. In den ersten sechs Monaten 2006 stellten 43.600 Personen einen Insolvenzantrag, das waren 12.650 Personen oder 40,9 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2005. Dies teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform aktuell mit. Für das Gesamtjahr 2006 ist danach mit 32.000 bis 34.000 Unternehmensinsolvenzen und 130.000 bis 140.000 Insolvenzen von Privatpersonen zu rechnen.Abnahme der Insolvenzen im OstenIn den neuen Bundesländern gingen die Unternehmensinsolvenzen deutlich stärker zurück als in den alten: Während in Westdeutschland eine Verringerung um 10,3 Prozent auf 13.000 betroffene Unternehmen zu verzeichnen war (erstes Halbjahr 2005: 14.500), lag die Abnahme in Ostdeutschland bei 20,4 Prozent auf 3.700 Unternehmen (erstes Halbjahr: 2005: 4.650). Dagegen nahmen die Verbraucherinsolvenzen in Ostdeutschland stärker zu als in Westdeutschland: Lag die Steigerungsrate hier im Westen bei 39,2 Prozent (von 24.000 im ersten Halbjahr 2005 auf 33.400 im ersten Halbjahr 2006), so waren im Osten 46,8 Prozent mehr Verbraucherinsolvenzen zu zählen. Waren es im ersten Halbjahr 2005 noch 6.950 Fälle, sind es aktuell schon 10.200.Schäden und Arbeitsplatzverluste gingen zurückDie Insolvenzschäden entwickelten sich entsprechend dem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen: Waren im vergangenen Jahr noch Forderungen in Höhe von 18,8 Milliarden Euro unerfüllt geblieben, so waren es aktuell noch 17,1 Milliarden. Die privaten Forderungen beliefen sich auf 11,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 12,5 Milliarden Euro), der öffentlichen Hand blieben Schäden von 5,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,3 Milliarden Euro). Die durchschnittliche Schadenssumme, die eine Unternehmensinsolvenz verursachte, stieg hingegen leicht an von 653.000 auf 677.000 Euro an. Anteil der Insolvenzen von Klein- und Kleinstbetrieben steigt weiter anDie Mehrheit (75,7 Prozent; Vorjahr: 73,3 Prozent) der insolventen Unternehmen beschäftigte zwischen einer und fünf Personen. Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten machten nur 0,7 Prozent aus. Kleinstbetriebe mit einem Umsatz von weniger als 100.000 Euro im Jahr machten 22,1 Prozent des Insolvenzgeschehens aus. Mehr Abmeldungen als NeugründungenIn den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden 472.700 Unternehmen angemeldet, das entspricht einer Zunahme um 8.500 Betriebe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Abmeldungen um 32.600 Fälle auf 396.700. Insbesondere Klein- und Kleinstunternehmen strichen in den vergangenen Monaten die Segel. 66.100 neu gegründete Unternehmen sind tatsächlich wirtschaftsaktiv und schufen insgesamt 144.200 neue Arbeitsplätze. Am gründungsstärksten war der Dienstleistungssektor. Weniger HandelsregistereintragungenTrotz der insgesamt steigenden Zahl der Neugründungen wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres weniger Handelsregistereintragungen vorgenommen als noch vor einem Jahr. So fiel die Zahl der Neueintragungen um insgesamt 4,1 Prozent auf 53.200 Fälle. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Neugründungen von ausländischen Rechtsformen, insbesondere die englische Limited.