Durch die zunehmende Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte wird die Gesamtzahl der Privathaushalte in Deutschland bis zum Jahr 2025 um eine Million auf 41 Millionen steigen. Dann wird jedoch der Punkt erreicht sein, an dem der Rückgang der Bevölkerung nicht länger durch die "Zersplitterung" der Haushalte kompensiert wird. Von 2025 bis 2030 ist deshalb mit einem Rückgang der Zahl der Privathaushalte um circa 125.000 zu rechnen. Dies geht aus der neuen Haushaltsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes bis zum Jahr 2030 hervor.
Regional ergeben sich zum Teil deutliche Unterschiede in der Entwicklung der Privathaushalte. In den alten Flächenländern steigt die Haushaltszahl noch bis 2029 auf dann 31,6 Millionen (2009: 30,2 Millionen). In den Stadtstaaten wird zwischen 2009 und 2030 ein kontinuierlicher Anstieg von 3,3 Millionen auf 3,5 Millionen erwartet. In den neuen Ländern nimmt dagegen die Zahl der Haushalte während des gesamten Vorausberechnungszeitraums von 6,7 Millionen im Jahr 2009 auf 6,0 Millionen im Jahr 2030 ab.Der Anteil der Ein- und Zweipersonenhaushalte betrug in Deutschland schon im Jahr 2009 etwa 74 Prozent, bis zum Jahr 2030 wird er auf 81 Prozent steigen. Sowohl in den alten als auch in den neuen Flächenländern werden dann in rund vier von fünf Haushalten lediglich eine oder zwei Personen leben. Besonders hoch ist der Anteil der kleinen Haushalte in den Stadtstaaten. Die Haushalte mit drei oder mehr Mitgliedern, die vor allem aus Familien mit Kindern bestehen, werden immer seltener. Ihre Anzahl wird in Deutschland zwischen 2009 und 2030 um rund ein Viertel abnehmen (– 26%) und ihr Anteil an allen Privathaushalten von 26 auf 19 Prozent sinken. Besonders gering ist der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Personen wiederum in den Stadtstaaten.Berlin: Anteil der Einpersonenhaushalte steigt weiterNach den Daten der Statistiker gibt es in Berlin aktuell rund 1,991 Millionen Haushalte, von denen bereits heute überdurchschnittlich viele, nämlich 54 Prozent, von nur einer Person bewohnt werden. Der Anteil der Zweipersonenhaushalte beträgt derzeit 29 Prozent. In nur neun Prozent der Hauptstadt-Haushalte leben noch drei Personen, der Anteil der Haushalte mit vier oder mehr Bewohnern ist mit sieben Prozent fast halb so hoch, wie im Bundesmittel. Nach der Prognose kann Berlin bis 2030 mit einem Anstieg seiner Haushaltszahl um rund 510.000 auf 2,042 Millionen rechnen. Dabei wird sich die Verteilung weiter zugunsten der kleinen Haushalte verschieben: So werden dann 58 Prozent der Haushalte Einpersonen-Haushalte sein und auch die Zahl der Zweipersonenhaushalte erhöht sich leicht auf 30 Prozent. Der Anteil der Haushalte mit drei und mit vier oder mehr Bewohnern wird sich jeweils auf sechs Prozent verringern. Brandenburg: Weniger und immer kleinere HaushalteIm Land Brandenburg erfassen die Statistiker zur Zeit 1,245 Haushalte, von denen 36 Prozent von einer Person, 38 Prozent von zwei Personen bewohnt werden. Der Anteil der Dreipersonenhaushalte beträgt 16 Prozent, derjenige der Haushalte mit vier oder mehr Bewohnern zehn Prozent. Anders als in Berlin wird in Brandenburg bis zum Jahr 2030 die Gesamtzahl der Haushalte zurückgehen, nach der Prognose des Statistischen Bundesamtes um 48.000 auf 1,197 Millionen. Die Verteilung unterliegt jedoch einer ähnlichen Entwicklung wie in der Hauptstadt: Auch in Brandenburg wird sich der Anteil der Ein- und Zweipersonenhaushalte in den nächsten zwei Jahrzehnten erhöhen, und zwar auf 38 bzw. 44 Prozent. In zwölf Prozent der Haushalte werden dann noch drei Personen leben, während der Anteil der "4-Plus"-Haushalte auf sechs Prozent sinken wird.Damit ist in Brandenburg eine ähnliche Entwicklung zu erwarten wie in den anderen neuen Bundesländern, während der Trend in Berlin eher dem Bundesmittel entspricht. Entwicklung der Privathaushalte in den Bundesländern * Bundesland Insgesamt (in 1.000) Davon in % mit 1 Person mit 2 Personen mit 3 Personen =/> 4 Personen 2009 2030 2009 2030 2009 2030 2009 2030 2009 2030\r \r \r \r \r Deutschland\r \r \r 40.188\r \r \r 41.020\r \r \r 40\r \r \r 43\r \r \r 34\r \r \r 38\r \r \r 13\r \r \r 9\r \r \r 13\r \r \r 10\r \r \r \r \r Berlin\r \r \r 1.991\r \r \r 2.042\r \r \r 54\r \r \r 58\r \r \r 29\r \r \r 30\r \r \r 9\r \r \r 6\r \r \r 7\r \r \r 6\r \r \r \r \r Brandenburg\r \r \r 1.245\r \r \r 1.197\r \r \r 36\r \r \r 38\r \r \r 38\r \r \r 44\r \r \r 16\r \r \r 12\r \r \r 10\r \r \r 6\r \r \r \r \r Mecklenburg-Vorpommern\r \r \r 858\r \r \r 769\r \r \r 40\r \r \r 41\r \r \r 38\r \r \r 42\r \r \r 14\r \r \r 11\r \r \r 9\r \r \r 6\r \r \r \r \r Sachsen\r \r \r 2.216\r \r \r 2.011\r \r \r 43\r \r \r 44\r \r \r 36\r \r \r 39\r \r \r 13\r \r \r 11\r \r \r 8\r \r \r 6\r \r \r \r \r Sachsen-Anhalt\r \r \r 1.207\r \r \r 1.021\r \r \r 38\r \r \r 41\r \r \r 39\r \r \r 42\r \r \r 16\r \r \r 12\r \r \r 8\r \r \r 5\r \r \r \r \r Thüringen\r \r \r 1.132\r \r \r 985\r \r \r 38\r \r \r 40\r \r \r 37\r \r \r 42\r \r \r 15\r \r \r 12\r \r \r 9\r \r \r 6\r \r \r\r2009: Ergebnisse des Mikrozensus, 2030: Ergebnisse der Haushaltsvorausberechnung-2010 (Trendvariante)\rMethodikDie dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf die Trendvariante der Haushaltsvorausberechnung 2010. Grundlagen dieser Modellrechnung sind die Angaben des Mikrozensus zur Entwicklung der Privathaushalte in den Jahren 1991 bis 2009 einerseits und die Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (Variante zur Untergrenze der "mittleren" Bevölkerung) andererseits. In der Trendvariante werden die langfristigen Veränderungen in der Verteilung der Bevölkerung nach Haushalten unterschiedlicher Größe fortgeschrieben. Daneben wurde auch eine Status-quo-Variante berechnet, in der die Ausgangsverhältnisse im Haushaltsbildungsverhalten konstant gehalten wurden. Beide Varianten spiegeln die Auswirkungen der künftigen Bevölkerungsentwicklung auf die Haushaltszahl und -struktur wider. Die Trendvariante berücksichtigt darüber hinaus die Verhaltensänderungen der Bevölkerung bei der Bildung der Privat¬haushalte und stellt somit ein umfassenderes Zukunftsmodell dar.\rEine ausführliche Darstellung der künftigen Entwicklung der Haushalte und der Bevölkerung ist der neu erschienenen Veröffentlichung "Demografischer Wandel, Heft 1, Bevölkerungs- und Haushaltsvorausberechnungen" der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder entnehmen. Sie kann im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes (www.destatis.de) oder bei den Statistischen Landesämtern bezogen werden. \r
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