MORGENPOST: "SOLARPROGRAMM DES SENATS IST EIN FLOP"

PDF
Das schrieb die Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19. April. Sie ging damit auf einen Bericht ein, den Umweltsenatorin Katrin Lompscher über ihr Vorhaben vorgelegt hatte, die Dächer der Hälfte aller öffentlichen Gebäude mit Solaranlagen zu bestücken. Fazit des Berichts: "In der Umweltverwaltung hat man dieses Vorhaben aufgegeben." In der Marktwirtschaft könne nicht festgelegt werden, dass eine bestimmte Anzahl der Dächer mit Solaranlagen ausgestattet werde. Die Umweltverwaltung verweist auf die mangelnde Nachfrage. Von 129 Dächern, die im Angebot für Solarinvestoren waren, wurden auf nur zwölf Dächern Sonnenkraftwerke installiert. "Das Angebot an Dächern war in der Vergangenheit größer als die Nachfrage von Investoren", stellte die Senatorin in einer Erklärung fest. "Die Anstrengungen dürfen nicht nachlassen", warnte dennoch SPD-Umweltpolitiker Daniel Buchholz. "Der Senat muss Anreize setzen. Er tut einfach zu wenig", sagte auch Michael Schäfer, Umweltexperte der Grünen. Er schlägt vor, die Dächer den Investoren kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dabei hätten Investoren nicht nur Probleme mit fehlenden finanziellen Anreizen, so die Morgenpost. "In zehn bis zwölf Jahren kommt eine Solaranlage in Berlin in die Gewinnzone", zitiert das Blatt Sebastian Preuss, Chef der Firma "30 Grad - Solar". Berlin liege im Mittelmaß, was die Sonneneinstrahlung in Deutschland betreffe. Größere Probleme bereiteten den Investoren aber die zerfaserten Zuständigkeiten in Berlin. Wer beispielsweise auf einem Schuldach eine Solaranlage installieren wolle, müsse sich mit dem Schulamt, dem Hochbauamt und bisweilen auch mit dem Rechtsamt auseinandersetzen. "Obwohl wir in allen Bezirken investieren wollten, haben wir in nur vier Bezirken Dächer anmieten dürfen", sagte Preuss der Morgenpost.