Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin 2015: Langfassung erschienen

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Die Ergebnisse des „Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2015“ (MSS 2015) sind veröffentlicht worden. Detailliert wird darin die soziale Lage der Bewohnerinnen und Bewohner in den Stadtteilen Berlins und deren Veränderung vom 31. Dezember 2012 bis 31. Dezember 2014 beschrieben. Der BBU hat einige wesentliche Ergebnisse analysiert.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die sozialen Benachteiligungen im Auswertungszeitraum weiter abgenommen haben, die räumlichen Unterschiede aber bestehen bleiben. Der Anteil von Personen, die von Arbeitslosigkeit oder Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, geht seit 2006 kontinuierlich zurück. Der Anteil an Bezieherinnen und Beziehern von Transferleistungen bleibt dagegen in etwa konstant. Die bestehenden räumlichen Unterschiede setzen sich in Berlin hingegen weiter fort. Aus dem ermittelten „Gesamtindex Soziale Ungleichheit“ ergeben sich 43 Gebiete mit Hinweisen auf kumulierte soziale Problemlagen, ca. zehn Prozent der betrachteten Planungsräume (43 von 435). 2013 waren es noch 51 solcher Gebiete gewesen.

Innere vs. Äußere Stadt und Bebauungsstruktur

Generell zeigt sich, dass in der Inneren Stadt, die ausschließlich durch Geschosswohnungsbau geprägt ist, die sozialen Problemlagen abnehmen. In rund der Hälfte der betrachteten Planungsräume in der Äußeren Stadt ist der Geschosswohnungsbau ebenfalls der vorherrschende Gebäudetyp. In diesen Gebieten nehmen im Durchschnitt die sozialen Unterschiede seit 2011 zu und liegen inzwischen über dem Mittel der Inneren Stadt. Das gartenbezogene Wohnen (geprägt durch Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser, Stadtvillen, etc.) in der Äußeren Stadt weist insgesamt einen überdurchschnittlichen hohen sozialen Status auf; gleichwohl lässt die Entwicklung die Vermutung zu, dass auch hier soziale Problemlagen tendenziell zunehmen.

Neu: Rückwirkende Berechnung

Eine Neuerung des MSS 2015 ist die rückwirkende Berechnung der seit 2013 angewendeten Methodik auf die Jahre bis 2006. Für die überwiegende Mehrzahl der Planungsräume änderte sich die Zuordnung zum Status-Index nicht. Dennoch gibt es – mit Ausnahme von Friedrichshain-Kreuzberg – in allen Bezirken auf- und absteigende Planungsräume. In den meisten Fällen erfolgte der Statuswechsel in eine benachbarte Klasse (+/-1). Zusammenhängende Gebiete, die aufgestiegen sind, finden sich u.a. in Nord-Neukölln und Moabit sowie im Bereich Humboldthain/Gesundbrunnen. Einen positiven Wechsel um sogar gleich zwei Klassen lässt sich für den Planungsraum „Helle Mitte“ in Marzahn-Hellersdorf festhalten. Bei den Verschlechterungen zeigen sich teilweise großflächige räumliche Muster: Im Osten Reinickendorfs zählen dazu u.a. die „Rollbergesiedlung“ und das „Märkische Zentrum“ sowie die angrenzenden, von Großwohnsiedlungen geprägten, Planungsräume „Wittenau-Nord“ und „Waidmannslust“. Herabstufungen zeigen sich auch in mehreren Planungsräumen in Neu-Höhenschönhausen und in zusammenhängenden Gebieten in Spandau (Neustadt, Falkenhagener Feld).

Soziale Polarisierung?

Anhand des Lokalisationskoeffizienten prüft der MSS 2015 auch, ob sich eine Tendenz zur sozialen Polarisierung erkennen lässt. Diese statistische Kenngröße setzt einen Teilraum (Planungsraum) ins Verhältnis zum Gesamtraum (Gesamtstadt). Ein Trend zur Polarisierung ist dann gegeben, wenn die Zahl der Planungsräume mit über- bzw. unterdurchschnittlicher Konzentration zunimmt.

Während sich bei den Indikatoren Status 1 (Arbeitslosigkeit insgesamt) und Status 2 (Langzeitarbeitslosigkeit) keine Hinweise für eine fortschreitende soziale Polarisierung auf Ebene der Planungsräume erkennen lässt, ist diese bei den Indikatoren „Transferbezug“ (S3) und insbesondere „Kinderarmut“ (S4) gegeben. Zählten beim Status 4 im Jahr 2006 noch rund 50 Prozent der Planungsräume in die mittlere Gruppe, d.h. der Indikator weist im gesamtstädtischen Vergleich durchschnittliche Werte auf, sank dieser Anteil fast stetig auf nur noch 40 Prozent im Jahr 2014. Korrespondierend nahm die Anzahl der Planungsräume, in denen Kinderarmut unter- bzw. überdurchschnittlich auftritt, deutlich zu. Im Jahr 2014 lässt sich für 130 Planungsräume eine Überkonzentration von Kinderarmut konstatieren. Verglichen mit  2006 sind dies 15 Planungsräume mehr. Der Anteil nahm damit von 26 Prozent auf nunmehr 29 Prozent zu.

Den Download der Langfassung sowie die Informationen zum Monitoring finden Sie unten im Downloadblock

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