Der Geschäftsführer Pflege der AOK Nordost, Hans-Joachim Fritzen, und der Vorstandsvorsitzende der GESOBAU AG, Jörg Franzen, haben dabei im Beisein des Reinickendorfer Bezirksstadtrats für Wirtschaft, Gesundheit und Bürgerdienste, Uwe Brockhausen, ihre Zusammenarbeit in dem Modellprojekt Pflege @ Quartier erklärt. Das Vorhaben beinhaltet die Konzeption und Realisierung eines praxistauglichen, zukunftsweisenden Wohnkonzepts für Menschen mit Pflegestufe in der Großsiedlung mit rund 36.000 Einwohnern. Es soll den Verbleib in der eigenen Wohnung auch bei Pflegebedürftigkeit ermöglichen.
Gemeinsam mit der AOK Nordost will die GESOBAU herausfinden, ob und wie moderne Technik dazu beitragen kann, Mobilität und kognitive Fähigkeiten zu erhalten. Um auch bei steigendem Pflegebedarf einen Verbleib in der eigenen Wohnung zu gewährleisten. Geplant ist, bis zu 30 modernisierte Wohnungen im Märkischen Viertel exemplarisch mit technischer Infrastruktur und assistiven Produkten auszustatten, die der Situation von Mietern, insbesondere AOK-Versicherten, angepasst ist, um damit eine Grundlage für individuelle Unterstützungsleistungen zu generieren. Im Modellvorhaben Pflege @ Quartier wird die fachliche und systemtechnische Implementierung neuer Wohn- und Versorgungskonzepte erprobt. Dabei sollen zahlreiche Teilaspekte wie Anforderungen an Technik und Qualität, spezifischer persönlicher und medizinischer Betreuungsbedürfnisse, soziale Angebote, Zugangs- und Innovationsbarrieren berücksichtigt werden. Die Koordination der Tätigkeiten von Servicestellen oder Pflegediensten im Zusammenspiel mit Ärzten, Angehörigen und anderen Bezugspersonen werden ebenfalls in die Untersuchungen eines Kompetenzteams und ihren Testpersonen im Seniorenalter einbezogen.
Langfristig soll - in Zusammenarbeit mit der AOK Nordost, dem Technischen Weiterbildungszentrum Wildau e.V. und Partnern aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft im Märkischen Viertel - ein Geschäftsmodell entwickelt werden, mit dem sich großflächig technikbasierte individuelle Wohnungslösungen und altersgerechte Quartierskonzepte im GESOBAU-Bestand umsetzen lassen.
Das Vorhaben wird vom GKV-Spitzenverband im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen nach § 45 f SGB XI gefördert. Es wurde 2014 deutschlandweit unter 230 Projektanträgen zur Umsetzung ausgewählt.
Ansprechpersonen